10 deutsche Redewendungen, die jeder kennen sollte

10 deutsche Redewendungen, die jeder kennen sollte

Sie klingt nicht besonders herzlich, kennt schrecklich lange und komplizierte Wörter und hält unzählige Grammatikregeln bereit: Wer die deutsche Sprache lernen möchte oder muss, steht vor so mancher Herausforderung. Aber Deutsch ist auch eine sehr ausdrucksstarke Sprache, die schöne Spielereien und viele Bilder ermöglicht. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass es einige Ausdrücke gibt, die für einen Nicht-Muttersprachler seltsam anmuten.

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10 deutsche Redewendungen, die jeder kennen sollte

In diesem Beitrag nennen und erklären wir zehn deutsche Redewendungen, die jeder kennen sollte, weil sie einfach zum alltäglichen Sprachgebrauch dazugehören:

  1. „Das ist mir Wurst.“

Dass einem etwas Wurst ist, wird als Ausdruck verwendet, wenn jemandem etwas gleichgültig ist oder wenn er zu einem bestimmten Thema keine Meinung hat. Wenn also zum Beispiel jemand eine Person fragt, was sie machen oder unternehmen möchte, und es dieser Person egal ist, kann sie antworten, dass es ihr Wurst ist.

Noch authentischer wird die Redewendung, wenn das „S“ in der Wurst als „Sch“ ausgesprochen wird. „Wurscht“ ist die gängige Aussprache im südlichen Teil Deutschlands.

  1. „Jemandem die Daumen drücken“

Im Deutschen werden jemandem die Daumen gedrückt, um ihm auf diese Weise viel Glück zu wünschen. Die Redewendung wird oft von der passenden Geste begleitet, um so zu verdeutlichen, dass derjenige, der Glück wünscht, tatsächlich die Daumen drückt.

Die englische Sprache kennt übrigens eine ähnliche Redewendung. Allerdings werden hier nicht die Daumen gedrückt, sondern die Finger gekreuzt.

  1. „Ich verstehe nur Bahnhof.“

Antwortet jemand, dass er nur Bahnhof versteht, dann meint er damit, dass er nicht weiß oder nachvollziehen kann, wovon sein Gegenüber spricht. Für den Gesprächspartner ist diese Redewendung somit eine Aufforderung, das Gesagte in anderen Worten zu formulieren oder ausführlicher zu erklären.

  1. „Fix und fertig sein“

Ist jemand völlig erschöpft, kann er erklären, dass er fix und fertig ist. Umgangssprachlich kann die Redewendung auch lauten, dass diese Person fix und alle ist. Das „alle“ heißt in dem Fall soviel wie „leer“.

Daneben ist möglich, die Redewendung zu verwenden, um zu verdeutlichen, dass eine Sache komplett abgeschlossen ist. Ist zum Beispiel eine Arbeit ganz erledigt, hat der Ausführende diese Aufgabe fix und fertig und kann einen Haken dahinter machen.

  1. „Ich glaube, mein Schwein pfeift!“

Sich ein pfeifendes Schwein vorzustellen, ist ganz schön lächerlich. Doch genau hier liegt auch der Ursprung dieser Redewendung. Denn ein pfeifendes Schwein ist so albern, dass ohnehin kaum jemand glauben würde, dass es das Tier tatsächlich gibt.

Im Deutschen wir dieser Ausdruck verwendet, wenn jemand betonen möchte, dass er etwas nicht fassen oder überhaupt nicht glauben kann. Daneben kann die Redewendung eingesetzt werden, um zum Ausdruck zu bringen, wie überrascht jemand von etwas ist.

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  1. „Die Nase voll haben“

Die Nase voll zu haben, ist eine kreative Umschreibung dafür, dass es genug ist. Die Redewendung wird meist verwendet, wenn jemand ausdrücken will, dass er etwas satt hat. Es reicht ihm und er möchte sich mit dem Thema nicht mehr befassen oder kann es langsam nicht mehr ertragen.

Im Alltag wird die Nase manchmal durch die Schnauze ersetzt. Die Bedeutung bleibt gleich. Nur ist es etwas derber und nicht ganz so höflich, klarzumachen, dass jemand die Schnauze voll hat.

  1. „Jemandem auf den Keks gehen“

Erklärt eine Person, dass ihm etwas oder jemand auf den Keks geht, dann drückt er damit aus, dass er genervt ist. Eine Angelegenheit, ein Thema oder die andere Person geht ihm also auf die Nerven und er möchte nichts mehr davon hören. Übrigens könnte die Person an dieser Stelle auch sagen, dass sie die Nase voll hat.

  1. „Bock auf etwas haben“

Im Tierreich gibt es einige männliche Vertreter, die Bock heißen. Beim Schaf oder bei der Ziege ist das zum Beispiel so. Doch mit Tieren hat die Redewendung nichts zu tun. Der Bock geht vielmehr auf das rotwelsche Wort „bokh“ für „Hunger“ zurück.

Im Laufe der Zeit hat sich die Bedeutung dann verändert. Heute wird die Redewendung verwendet, um seine Lust auf etwas auszudrücken.

Wer viel oder auch voll Bock auf etwas hat, hat also richtig Lust auf eine Sache oder eine Aktivität. Das Gegenteil dazu ist, keinen oder null Bock auf etwas zu haben.

  1. „Ich glaube, ich spinne!“

Möchte jemand ausdrücken, dass er sehr überrascht ist oder etwas unfassbar findet, kann er anmerken, dass er glaubt, zu spinnen. Die Redewendung hat somit die gleiche Bedeutung wie das pfeifende Schwein.

Hier bezieht sich die „Spinne“ aber nicht auf das gleichnamige Tier. Die Herkunft ist nicht ganz klar. Die Bedeutung könnte auf spinnen im Sinne von verrückt werden oder das Spinnen von Fäden zu Garnen am Spinnrad zurückgehen.

  1. „Na?“

Es ist mitunter gar nicht so einfach, einen lockeren Smalltalk zu beginnen. Ein hilfreicher Einstieg kann dann das kleine Wörtchen „Na?“ sein. Denn es verbindet die Begrüßung mit der Frage danach, wie es dem Gesprächspartner geht, was er gerade macht oder was es Neues gibt.

Wer möchte, kann den Ausspruch auch erweitern und zum Beispiel Fragen: „Na, alles gut?“ Allerdings bleibt der Ausdruck dem privaten Umfeld vorbehalten.

Im geschäftlichen Bereich oder wenn der Gesprächspartner unbekannt ist, sollte eine formellere Ansprache gewählt werden.

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Marlies Giesa, Geboren 1968 , ich habe teilweise über die Jahre im In- und Ausland, das Fach Deutsch unterrichtet. Ich liebe die deutsche Sprache und möchte das Wissen gerne an Schüler, Ausländer, Studenten und Interessierten weitergeben. Ich hoffe meine Übungen und Anleitungen werden ihnen helfen oder sie unterstützen. Christian Gülcan als Betreiber der Webseite, verfasst auch diverse Artikel, da er als Online-Redakteur täglich mit der Erstellung von hilfreichen Content arbeitet, für verschiedene Zielgruppen.

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