Liste – Beliebte Sprachspiele

Liste: Beliebte Sprachspiele

 

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, um eine Sprache zu lernen. Aber auch wenn die Praxis, also beispielsweise das aktive Sprechen, das Lesen oder das Fernsehschauen und Radiohören, die beste und effektivste Übung ist, führt letztlich kein Weg am Grammatik– und Vokabellernen vorbei.

Dies wiederum muss allerdings keinesfalls langweilig und trocken sein. Eine prima Methode, um den Wortschatz und die Sprachkompetenz zu trainieren, sind nämlich Sprachspiele. Sie basieren auf einfachen Regeln, eignen sich für Kinder und Erwachsene gleichermaßen und machen schlichtweg Spaß.

Einige beliebte Sprachspiele stellt die folgende Liste vor:  

 

Das ABC

Durch dieses Spiel wird einerseits das deutsche Alphabet geübt und andererseits der Wortschatz trainiert. Der Spielleiter gibt eine Kategorie vor, beispielsweise Lebensmittel, Tiere, Blumen und Pflanzen, Kleidungsstücke oder Berufe. Die Spieler nennen nun reihum ein Wort, das mit dem jeweils nächsten Buchstaben des Alphabets beginnt und in die Kategorie passt.

Sollen Tiere genannt werden, also beispielsweise Affe, Bär, Chamäleon, Dachs, Elefant, Fisch, Giraffe usw. Sagt ein Spieler ein Wort mit einem falschen Anfangsbuchstaben oder fällt ihm kein Begriff ein, scheidet er aus. Gewonnen hat, wer am Ende übrig geblieben ist.

 

Galgenmännchen

Galgenmännchen ist ein Spiel, das den Wortschatz und die Rechtschreibung trainiert. Gespielt werden kann das Spiel entweder an der Tafel im Klassenzimmer oder einfach mit einem Blatt Papier und einem Stift. Ein Spieler denkt sich ein Wort aus und zeichnet für jeden Buchstaben des Wortes einen Querstrich.

Ein Mitspieler nennt nun einen Buchstaben aus dem Alphabet. Kommt dieser Buchstabe in dem gesuchten Wort vor, wird er an der oder den richtigen Stellen eingefügt. Hat der Mitspieler einen Buchstaben genannt, der nicht in dem gesuchten Wort enthalten ist, wird ein Strich für das Galgenmännchen gezeichnet.

Dann darf der nächste Mitspieler einen Buchstaben raten und so geht es reihum weiter. Ist das Galgenmännchen fertig gezeichnet, ohne dass ein Mitspieler das gesuchte Wort erraten konnte, hat der Spieler gewonnen, der sich das Wort ausgedacht hatte. Errät ein Mitspieler hingegen das Wort, hat er gewonnen und darf sich als nächstes ein Wort ausdenken. Um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, kann das Spiel statt einzelner Wörter auch mit Redewendungen oder ganzen Sätzen gespielt werden.   

 

Ich sehe was, was Du nicht siehst.

Bei diesem Ratespiel wählt ein Spieler einen Gegenstand in der Umgebung aus. Dann sagt er den Satz: „Ich sehe was, was du/ihr nicht siehst/seht, und das ist …..“. Als ersten Hinweis für seine Mitspieler nennt er die Farbe des Gegenstands. Die Mitspieler müssen nun erraten, welcher Gegenstand gesucht wird.

Sie fragen dabei reihum, dürfen aber nur Fragen stellen, die mit Ja oder Nein beantwortet werden können. Der Spieler, der sich den Gegenstand ausgedacht hat, antwortet auch nur mit Ja oder Nein. Der Spieler, der den Gegenstand errät, hat gewonnen und ist als nächstes an der Reihe.

 

Ich packe meinen Koffer.

Für dieses Spiel, das die Konzentration fördert und nebenbei die Zuordnung der richtigen Artikel übt, werden keinerlei Hilfsmittel benötigt. Der erste Spieler beginnt, indem er sagt: „Ich packe meinen Koffer und nehme mit ….“. Dann nennt er einen beliebigen Gegenstand.

Der nächste Spieler sagt ebenfalls den Satz auf, wiederholt den Gegenstand des vorhergehenden Spielers und nennt einen weiteren Gegenstand, den er in seinen Koffer packt. So geht es dann immer weiter. Vergisst ein Spieler beim Aufzählen einen der Gegenstände, bringt er die Reihenfolge durcheinander oder unterläuft ihm ein anderer Fehler, scheidet er aus. Gewonnen hat der Spieler, der am Ende noch übrig ist.

 

Nicht Ja und nicht Nein.

Dieses Sprachspiel, das ohne Hilfsmittel auskommt, schult den Umgang mit der Sprache. Ein Spieler wird in eine Art Kreuzverhör genommen. Das bedeutet, seine Mitspieler stellen ihm reihum verschiedenste Fragen. Die Fragen dürfen sie sich selbst ausdenken. Allerdings dürfen es ausschließlich Ja-Nein-Fragen sein, also beispielsweise Bist Du ein Mädchen?, Bist Du älter als ich?, Gehst Du gerne in die Schule? oder Hast Du ein Haustier?.

Der Befragte muss die Fragen beantworten, darf aber weder Ja noch Nein sagen. Stattdessen muss er seine Antwort irgendwie umschreiben. Rutscht ihm doch einmal ein Ja oder Nein heraus, hat er verloren und der nächste Mitspieler kommt an die Reihe. Gewonnen hat derjenige, der am Ende die meisten Fragen beantworten konnte.

 

Onkel Otto sitzt in der Badewanne.

Dieses Spiel ist ein Schreibspiel, das einerseits den Wortschatz, die Grammatik und die Rechtschreibung trainiert. Andererseits entstehen bei dem Spiel mitunter sehr lustige Sätze. Für das Spiel werden ein Blatt und ein Stift benötigt. Auf das Blatt, das quer genommen wird, wird der Satz „Onkel Otto sitzt in der Badewanne.“ geschrieben.

Dann wird das Blatt nach jedem Wort so gefaltet, dass immer nur die jeweilige Spalte zu sehen ist. Der erste Spieler schreibt nun einen Verwandtschaftsgrad oder einen Titel (wie Mutter, Bruder, Oma, Doktor, Minister usw.) unter das Wort Onkel in die erste Spalte. Dann knickt er das Blatt, so dass seine Mitspieler nicht sehen können, was er geschrieben hat. Der nächste Spieler schreibt ein Verb in der dritten Person Einzahl unter das Wort sitzt.

Dann wird das Blatt wieder gefaltet und weitergegeben. In die dritte Spalte wird eine Präposition, in die vierte Spalte ein Artikel und in die letzte Spalte ein Substantiv eingetragen. Ist eine Runde fertig, wird das Blatt auseinandergefaltet und der entstandene Satz laut vorgelesen.   

 

Teekesselchen

Als Teekesselchen werden Wörter bezeichnet, die mehrere Bedeutungen haben. Gespielt wird das Spiel mit mindestens drei Spielern. Zwei Spieler wählen gemeinsam ein Teekesselchen aus und legen fest, wer das Wort in welcher Bedeutung verwendet. Dann geben sie den Mitspielern Hinweise auf ihr Wort.

Die Mitspieler müssen nun erraten, um welches Wort in welchen Bedeutungen es geht. Soll beispielsweise das Teekesselchen Bank erraten werden, kann der eine Spieler beschreiben, dass sein Teekesselchen im Park steht, man sich darauf hinsetzen kann usw. Der zweite Spieler kann erzählen, dass sein Teekesselchen viele Kunden hat, oft in Fußgängerzonen zu finden ist, Geld verwaltet usw. Die Mitspieler müssen darauf kommen, dass das Teekesselchen Bank ist, einmal im Sinne von Sitzgelegenheit und einmal in der Bedeutung als Kreditinstitut.

Weitere Beispiele für Teekesselchen sind Schloss (Gebäude und Türschloss), Birne (Obst und Glühbirne), Scholle (Fisch und Eisscholle), Nagel (Befestigungsmittel und Fingernagel), Nadel (zum Nähen und Tannennadel), Ring (Schmuckstück und Boxring) oder Hahn (Tier und Wasserhahn).

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