Berufliche Möglichkeiten für DaF-Lehrer, Teil 1

Berufliche Möglichkeiten für DaF-Lehrer, Teil 1

Weltweit sprechen rund 185 Millionen Menschen Deutsch. In der Liste mit den am meisten gesprochenen Sprachen steht Deutsch damit auf dem zehnten Platz. Und in Zeiten der Globalisierung steigt die Nachfrage nach Fremdsprachenkenntnissen. So suchen zum Beispiel Einwanderer und Flüchtlinge, die in Deutschland leben möchten, nach einem Deutschkurs. Aber auch ausländische Studenten oder Arbeitnehmer, die für internationale Unternehmen tätig sind, wollen oft Deutsch lernen.

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Berufliche Möglichkeiten für DaF-Lehrer, Teil 1

Ähnlich wie hierzulande Englisch oder Französisch, wird außerdem im Ausland an Schulen mitunter Deutsch unterrichtet. Für DaF-Lehrer gibt es also genug zu tun.

Wer die deutsche Sprache beherrscht, als Pädagoge tätig sein will und Spaß daran hat, sein Wissen weiterzugeben, bringt schon einmal gute Voraussetzungen mit. Bleibt aber die Frage, wie jemand DaF-Lehrer werden und wo genau er dann arbeiten kann.

In einer mehrteiligen Beitragsreihe haben wir die wichtigsten Infos rund um die beruflichen Möglichkeiten für DaF-Lehrer zusammengestellt:

DaF-, DaZ- oder DaF/DaZ-Lehrer

Bevor wir richtig ins Thema einsteigen, klären wir zunächst einmal die Begrifflichkeiten. Denn im Zusammenhang mit dem Unterricht ist regelmäßig von Deutsch als Fremdsprache, kurz DaF, und Deutsch als Zweitsprache, kurz DaZ, die Rede. Oft werden beide Bezeichnungen in einem Atemzug genannt oder sogar synonym verwendet. Ganz richtig ist das aber nicht.

Wenn jemand Deutsch als Fremdsprache lernt, dann heißt das in aller Regel, dass die Sprache in seinem alltäglichen Umfeld nicht gesprochen wird. Kontakt zur deutschen Sprache hat der Schüler also im Prinzip nur im Unterricht. Im Alltag benutzt er die Fremdsprache nicht.

Deshalb wird Deutsch als Fremdsprache in erster Linie an Schulen, Unis, Sprachinstituten und ähnlichen Einrichtungen außerhalb des deutschsprachigen Raums gelehrt. So wie Schüler in Deutschland zum Beispiel Englisch, Französisch oder Spanisch als Fremdsprache lernen, lernen Schüler im Ausland Deutsch als Fremdsprache.

Im Unterschied dazu ist es bei Deutsch als Zweitsprache üblicherweise so, dass der Schüler in einem deutschsprachigen Land lebt, aber eine andere Sprache als Muttersprache hat. Oft sind diese Schüler Einwanderer oder Flüchtlinge. Während sie Zuhause die Sprache ihres Herkunftslandes sprechen, sind sie im alltäglichen Leben von Deutsch umgeben.

Unterricht in Deutsch als Zweitsprache verfolgt das Ziel, dass die Schüler die Sprache von Grund auf lernen und vorhandene Kenntnisse zu Wortschatz, Grammatik und Aussprache vertiefen.

Es geht darum, die Kenntnisse zu vermitteln, die notwendig sind, damit sich die Schüler im Alltag auf Deutsch verständigen und mit anderen austauschen können.

Soweit die Unterscheidung in der Theorie. In der Praxis wird oft keine klare Grenze zwischen DaF und DaZ gezogen. Tatsächlich macht das aber auch nichts.

Das Wissen, das sich ein Schüler aneignen muss, der eine andere Muttersprache hat und Deutsch lernen möchte, bleibt nämlich unterm Strich gleich. Die Feinheiten ergeben sich dann ohnehin ganz automatisch im praktischen Unterricht und durch das Umfeld.

Die Ausbildung als DaF-Lehrer

Wer sich dazu entschlossen hat, Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache zu unterrichten, wird sich die Frage stellen, wie er diese Tätigkeit ergreifen kann.

Um die notwendigen Qualifikationen und Zertifikate als DaF-Lehrer zu erwerben, gibt es mehrere Möglichkeiten:

Studium in DaF/DaZ

Der klassische Bildungsweg für künftige Deutschlehrer ist ein Studium. Wie im Bereich der Geisteswissenschaften üblich, kann das Studium mit einem Bachelor of Arts oder anschließend mit einem Master of Arts enden.

Für das Studium selbst gibt es zwei Möglichkeiten. So ist es an einigen Unis möglich, gezielt Deutsch als Fremd- und Zweitsprache zu studieren und so von Anfang an auf den Bachelor in DaF/DaZ hinzuarbeiten. Die andere Möglichkeit ist, zunächst mit einem Fach wie Deutsch auf Lehramt, Germanistik, Linguistik oder Kulturwissenschaft zu starten und danach den Master in DaF/DaZ dranzuhängen.

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Übrigens:

Ein Deutsch-Studium ist nicht nur in Deutschland, sondern genauso auch in Österreich und in der deutschsprachigen Schweiz möglich. Außerdem gibt es inzwischen Fern-Universitäten, die ebenfalls vollwertige Studiengänge in DaF/DaZ anbieten.

Zertifikat in DaF/DaZ

Wer nicht so gerne Deutsch an einer Hochschule studieren möchte, findet mit einem Zertifikat in Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache eine gute Alternative. Die bekannteste Adresse in diesem Zusammenhang dürfte das Goethe-Institut sein.

Hier kann der künftige Lehrer ein Zertifikat erwerben, das ihn dazu befähigt, Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache in Deutschland und im Ausland zu unterrichten. Natürlich gibt es auch noch andere Anbieter, die vergleichbare Programme und Fortbildungen bereitstellen.

Der Weg über ein Zertifikat bietet sich vor allem dann an, wenn der angehende Lehrer schon ein Hochschulstudium abgeschlossen hat und seinen Weg jetzt als DaF/DaZ-Lehrer fortsetzen möchte.

Weiterbildung im Bereich DaF/DaZ

Eine andere Möglichkeit ist eine Weiterbildung bei einem privaten Anbieter. Wer ein bisschen im Internet recherchiert, findet schnell entsprechende Kurse.

Wichtig dabei ist aber zum einen, auf den zeitlichen Aufwand und die Kosten zu achten. Je nachdem, ob die Weiterbildung in Präsenz-Kursen oder als reine Online-Weiterbildung stattfindet, kann es hier recht große Unterschiede geben.

Zum anderen sollte die Weiterbildung anerkannt sein. Sonst nützt dem angehenden Lehrer das Teilnahmezertifikat unter Umständen wenig.

Generell sollte sich der künftige Lehrer im Vorfeld Gedanken darüber machen, wo er später unterrichten möchte und welche Voraussetzungen er dafür erfüllen muss. Denn vor allem in staatlichen Einrichtungen und an Schulen genügt ein einfaches Zertifikat über den Besuch einer privaten DaF/DaZ-Weiterbildung oft nicht.

Selbststudium ohne offiziellen Abschluss

Lehrer für Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache ist in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung. Und es gibt auch keine Ausbildung, die offiziell vorgeschrieben ist, um die Tätigkeit ausüben zu können.

Grundsätzlich ist deshalb möglich, sich die notwendigen Fähigkeiten autodidaktisch anzueignen. Entsprechende Fachliteratur, einschlägige Blogs und Kurse online oder vor Ort sind dann geeignete Instrumente.

Allerdings muss dem künftigen Lehrer klar sein, dass er nach einem Selbststudium keinen offiziellen Nachweis oder gar Abschluss vorweisen kann, der seine Qualifikation belegt. Möchte er ohnehin nur privat Unterricht geben, zum Beispiel in Form von Nachhilfe für Schüler mit ausländischen Wurzeln, kann ein Selbststudium ausreichen.

Gleiches gilt, wenn er irgendwo im Ausland Deutsch lehren will und es dort ohnehin kaum Lehrer und schon gar keine Muttersprachler gibt.

Ansonsten wird an einer Ausbildung kaum ein Weg vorbeiführen. Denn bloß weil jemand Deutsch beherrscht und als Muttersprache spricht, heißt das nicht automatisch, dass er auch über die Kompetenzen verfügt, die Sprache einem Dritten als Fremd- oder Zweitsprache beizubringen.

Sprachschulen und offizielle Einrichtungen werden deshalb in aller Regel keinen DaF/DaZ-Lehrer ohne entsprechende Berufsausbildung einstellen.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

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Marlies Giesa, Geboren 1968 , ich habe teilweise über die Jahre im In- und Ausland, das Fach Deutsch unterrichtet. Ich liebe die deutsche Sprache und möchte das Wissen gerne an Schüler, Ausländer, Studenten und Interessierten weitergeben. Ich hoffe meine Übungen und Anleitungen werden ihnen helfen oder sie unterstützen. Christian Gülcan als Betreiber der Webseite, verfasst auch diverse Artikel, da er als Online-Redakteur täglich mit der Erstellung von hilfreichen Content arbeitet, für verschiedene Zielgruppen.

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