Briefe schreiben – in 4 Schritten

Briefe schreiben – in 4 Schritten 

Im Zeitalter von Telefon und Internet werden immer seltener Briefe geschrieben. Stattdessen wird im Alltag überwiegend per SMS, E-Mail oder Anruf kommuniziert. In der Schule und im Sprachunterricht lernen die Schüler zwar, wie ein Brief aussehen sollte.

Aber weil dieses Wissen im Alltag kaum genutzt wird, haben viele Schüler und Deutschlernende so ihre Schwierigkeiten, wenn sie doch einmal einen Brief schreiben müssen. Dabei ist das Briefeschreiben gar nicht so schwer! In diesem Beitrag haben wir zusammengestellt, wie Schulkinder und Deutschlernende Briefe schreiben können – und zwar in vier Schritten.

 

1. Schritt beim Briefeschreiben: Den Sinn und Zweck des Briefes festlegen.

Bevor das eigentliche Schreiben beginnen kann, sollte erst einmal festgelegt werden, welches Ziel der Brief verfolgt. Der Briefschreiber sollte sich also überlegen, was er mit seinem Brief erreichen möchte. Denn davon hängt ab, was er in seinem Brief überhaupt schreiben wird. Um den Sinn und Zweck des Briefes zu bestimmen, kann sich der Briefschreiber folgende Fragen stellen:

·         An wen richtet sich der Brief? Wem schreibe ich?

·         Warum schreibe ich diesen Brief? Was ist der Grund?

·         Was soll mein Brief mitteilen? Was ist seine Botschaft? Worüber will der Brief informieren oder was soll er in Erfahrung bringen?

·         Gibt es einen konkreten Anlass für den Brief? Und wenn ja, wie ist dieser Anlass? Ist er offiziell oder privat, wichtig oder weniger wichtig, ernst oder freudig?

 

2. Schritt beim Briefeschreiben: Die Briefinhalte gliedern und ausformulieren.

Briefe lassen sich grundsätzlich in zwei große Gruppen einteilen. Die erste Gruppe bilden die privaten Briefe. Sie werden beispielsweise an die Eltern und die Großeltern, an andere Familienmitglieder und an Freunde und Bekannte geschrieben. In die zweite Gruppe gehören die offiziellen Briefe. Sie richten sich an Ämter und Behörden, an Einrichtungen und Organisationen oder auch an Unternehmen. Schulkinder werden in aller Regel private Briefe schreiben.

Der Aufbau eines privaten Briefes ähnelt einem persönlichen Gespräch. Den Anfang macht die Begrüßung. Danach folgt eine kurze Einleitung, die eine Frage oder eine kurze Anmerkung zu den Geschehnissen seit dem letzten Kontakt enthalten kann. An die Einleitung schließt sich der Hauptteil an.

Hier kann der Briefschreiber ausführlich schildern, was er erzählen und mitteilen möchte. Spricht der Briefschreiber mehrere Themen an, ist es aber ratsam, die Inhalte in Abschnitte aufzuteilen. Jedes Thema bekommt dabei seinen Abschnitt. Für den Empfänger wird es so einfacher und angenehmer, den Brief zu lesen.

Zum Schluss kommt noch eine freundliche Verabschiedung. Wie ein Aufsatz gliedert sich ein Brief also in die Einleitung, den Hauptteil und den Schlussteil. Allerdings muss der Briefschreiber bei einem privaten, persönlichen Brief keine strengen Regeln einhalten. Er kann also ruhig in einem lockeren Umgangston schreiben und zwischen verschiedenen Zeitformen wechseln.

 

Hier die Einteilung von einem privaten Brief als Übersicht:

·         Rechts oben stehen der Ort und das Datum.

·         Darunter folgt am linken Blattrand die Anrede. Bei einem privaten Brief steht hier meist etwas wie “Liebe/r Name,” oder “Hallo Name!”

·         In der Zeile nach der Anrede beginnt die kurze Einleitung. Endet die Anrede mit einem Komma, wird das erste Wort kleingeschrieben. Wird hinter die Anrede ein Ausrufezeichen gesetzt oder beginnt die Einleitung mit einem Substantiv, geht es groß weiter. Als Einleitung bietet sich beispielsweise an, zu fragen, wie es dem Empfänger geht. Auch ein Hinweis darauf, dass der Briefschreiber und der Empfänger länger nichts mehr voneinander gehört haben, ist möglich.

·         Im Hauptteil geht es um die eigentlichen Briefinhalte. Hier kann der Briefschreiber beispielsweise über Neuigkeiten berichten, von seinen Erlebnissen erzählen oder seine Pläne mitteilen.

·         Zum Schluss folgen eine Grußformel wie “Liebe Grüße” oder “Bis bald” und der Name des Briefschreibers.

 

Ein offizieller Brief wird etwas angeschrieben. Auch er gliedert sich zwar in eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schlussteil. Allerdings wird ein offizieller Brief sachlicher geschrieben. Der Briefschreiber erzählt nicht, sondern schildert sein Anliegen knapp und präzise. Der Schreibstil entspricht einer gehobenen Umgangssprache.

Und ein offizieller Brief ist anders angeordnet:

·         Ganz oben stehen der Name, die Anschrift und die übrigen Kontaktdaten des Briefschreibers. Ob er seine Daten links, rechts oder mittig anordnet, bleibt seinem Geschmack überlassen.

·         Unter den Kontaktdaten des Briefschreibers stehen der Name und die Anschrift des Empfängers.

·         Nach der Empfängeradresse folgt die Angabe des Datums. Sie steht am rechten Blattrand.

·         Nun kommt die sogenannte Betreffzeile. In dieser Zeile wird in einem Stichwort oder in sehr wenigen Worten zusammengefasst, worum es in dem Brief geht. Um die Betreffzeile hervorzuheben, wird sie fett gedruckt.

·         Auf die Betreffzeile folgt die Anrede. Sie lautet bei einem offiziellen Brief “Sehr geehrte Frau Name,”, “Sehr geehrter Herr Name,” oder “Sehr geehrte Damen und Herren,”. 

·         Nach der Anrede geht es klein weiter. Dabei schildert der Briefschreiber sein Anliegen. Er gibt also an, was er wissen möchte oder was er beantragt.

·         Der Brief endet mit der Grußformel “Mit freundlichen Grüßen” und der Unterschrift. Legt der Briefschreiber Unterlagen bei, kann er unter der Unterschrift durch einen Vermerk wie “Anlagen” darauf verweisen.

 

3. Schritt beim Briefeschreiben: Den Brief noch einmal kontrollieren.

Ist der Brief fertig, sollte ihn der Briefschreiber noch einmal kontrollieren. Schließlich macht es keinen allzu guten Eindruck, wenn sich im Text Rechtschreibfehler verstecken oder Satzzeichen oder Wörter vergessen wurden.

Bei einem privaten Brief ist es zudem ratsam, ein paar Fragen zu stellen. Auf diese Weise bekundet der Briefschreiber nämlich Interesse am Empfänger. Es wirkt komisch, wenn der Briefschreiber gar nicht wissen will, wie es dem Empfänger geht, was er erlebt hat oder was es bei ihm Neues gibt.

 

4. Schritt beim Briefeschreiben: Den Briefumschlag adressieren.

Damit der Brief sein Ziel auch erreicht, fehlt jetzt noch der Briefumschlag. Um ihn richtig zu beschriften, kann der Briefschreiber das Kuvert gedanklich in vier Felder aufteilen. In das Feld rechts unten notiert er dann die Adresse des Empfängers, und zwar untereinander in der Reihenfolge

  • ·         Vor- und Nachname
  • ·         Straße mit Hausnummer
  • ·         Postleitzahl und Ort.

Die Briefmarke gehört in das Feld rechts oben. Für den Fall, dass der Brief nicht zugestellt werden kann, sollte der Briefschreiber seine Adresse ebenfalls angeben. Dabei kann er seine Adresse entweder in das Feld links oben oder auf die Rückseite des Briefumschlags schreiben.

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