Einstufungstest Deutsch

Einstufungstest Deutsch

Es gibt viele verschiedene Gründe, weshalb sich jemand dazu entschließt, einen Deutschkurs zu absolvieren. So ist der eine vielleicht ein Zuwanderer, der sich dauerhaft in Deutschland niederlassen und im Zuge seiner Eingliederung die deutsche Sprache lernen möchte.

Der andere lebt möglicherweise im Ausland und will Deutsch als Fremdsprache erlernen. Wieder ein anderer lebt eventuell schon längere Zeit in Deutschland und möchte nun seine Sprachkenntnisse auffrischen und vertiefen, um sich höhere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu sichern und sich besser im Alltag zurechtzufinden.

Möglich ist aber genauso, dass sich jemand, der über gute Sprachkenntnisse verfügt oder Deutsch sogar als Muttersprache spricht, auf diese Weise auf eine anstehende Deutschprüfung vorbereiten will. Unabhängig vom Beweggrund gilt aber, dass zunächst ein Einstufungstest durchgeführt werden sollte.

Sinn und Zweck von Einstufungstests

Ein Einstufungstest dient der Einschätzung der vorhandenen Sprachkenntnisse und ermöglicht so die Auswahl eines geeigneten Deutschkurses in der richtigen Niveaustufe. Wie ein Einstufungstest konkret aufgebaut ist und abläuft, hängt vom Anbieter ab. Meist sind jedoch Fragen aus den Bereichen Leseverstehen, Wortschatz, Rechtschreibung und Grammatik enthalten.

Um die Aufgaben zu lösen, muss die richtige Antwort dann aus mehreren Antwortmöglichkeiten ausgewählt oder in das dafür vorgesehene Feld eingetragen werden. Manchmal sehen Einstufungstests auch Aufgaben zum Hörverstehen vor. In diesem Fall werden die jeweiligen Aufgaben vorgelesen oder abgespielt.

Die meisten Einstufungstests orientieren sich mittlerweile an dem sogenannten Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen, kurz GER. Hintergrund hierfür ist, dass es vielen Menschen schwerfällt, ihre Sprachkenntnisse selbst einzuschätzen. Vorhandene Schulabschlüsse oder die Dauer des Aufenthalts sagen letztlich nichts darüber aus, wie gut jemand eine Sprache tatsächlich sprechen und verstehen kann.

Deshalb hat der Europarat Leistungsstufen definiert, die die Sprachkompetenzen unabhängig von der Schulform und dem Alter des Lernenden in einem europaweit einheitlichen System mess- und vergleichbar machen.

Der Referenzrahmen sieht drei Niveaustufen vor, die jeweils noch einmal in eine niedrigere und eine höhere Stufe aufgeteilt sind. Damit werden sechs Sprachniveaus voneinander unterschieden. Jede Stufe legt fest, welche Kenntnisse und Fertigkeiten erforderlich sind, um in der Sprache kommunizieren zu können. Die einzelnen Formulierungen sind dabei als Kann-Beschreibungen formuliert. Sie benennen somit weder theoretisches Wissen noch vorhandene Defizite, sondern drücken aus, was der Lernende kann, wenn seine Sprachkenntnisse der jeweiligen Niveaustufe entsprechen.

Einstufungstest Deutsch – die Niveaustufen A1 und A2

Die Niveaustufen A stehen für eine elementare Sprachverwendung. A1 beschreibt dabei Sprachkenntnisse, die sich auf einem Einstiegsniveau bewegen. Der Lernende kann ihm bekannte, alltägliche Ausdrücke und einfachste Sätze verstehen. Er kann sich selbst vorstellen, andere zu ihrer Person befragen und selbst Fragen zu seiner Person beantworten.

Spricht sein Gesprächspartner langsam und deutlich und hilft er ein wenig, ist der Lernende in der Lage, auf einem einfachen Niveau zu kommunizieren.

A2 steht für grundlegende Sprachkenntnisse. Der Lernende versteht alltägliche Ausdrücke und einfache Sätze. Über Dinge, die ihm vertraut sind, ihn selbst betreffen und mit seinem direkten Umfeld zusammenhängen, kann er sich mit anderen austauschen. Er ist in der Lage, sich auf einem einfachen Niveau auf Deutsch zu verständigen.

Einstufungstest Deutsch – die Niveaustufen B1 und B2

Die Niveaustufen B beschreiben eine selbstständige Sprachverwendung. B1 steht für mittelmäßige Sprachkenntnisse. So kann der Lernende die wesentlichen Inhalte von Gesprächen und Texten verstehen, wenn es um bekannte Themen geht und die Standardsprache verwendet wird.

Er kann sich zusammenhängend äußern und seine Anliegen benennen und erklären. In den meisten Alltagssituationen findet er sich zurecht. B2 bezeichnet Sprachkenntnisse in einem guten Mittelmaß. Der Lernende versteht Gespräche und Texte und kann sich auf seinem Wissensgebiet auch an fachlichen Diskussionen beteiligen. Seine Sprachkenntnisse versetzen ihn in die Lage, sich fließend und spontan zu einem breiten Themenspektrum zu äußern und ohne größere Schwierigkeiten ein normales Gespräch mit einem Muttersprachler zu führen.

Einstufungstest Deutsch – die Niveaustufen C1 und C2

Die Niveaustufen C bezeichnen eine kompetente Sprachverwendung. C1 gilt für fortgeschrittene Sprachkenntnisse. So kann der Lernende auch längere und anspruchsvolle Gespräche und Texte verstehen, ihre Inhalte erfassen und die Bedeutung nachvollziehen.

Er spricht die deutsche Sprache spontan und fließend und kann sich klar, verständlich und ausführlich zu verschiedenen Sachverhalten äußern, ohne lange nach Wörtern suchen zu müssen. In der Schule oder im Beruf sowie im Alltag und in Gesellschaft kann er die deutsche Sprache flexibel und effektiv einsetzen.

C2 steht für hervorragende Sprachkenntnisse. Der Lernende versteht praktisch alles, was er hört oder liest. Er kann sich fließend, spontan und präzise ausdrücken. Er kann mit der Sprache spielen und sie einsetzen, um auch bei komplexen Inhalten feine Nuancen zum Ausdruck zu bringen.

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