Deutsch-Vokabeln lernen mit Karteikarten – Infos und Tipps

Deutsch-Vokabeln lernen mit Karteikarten – Infos und Tipps

 

Zweifelsohne gibt es spannendere Übungen und Aufgaben als das Pauken von Vokabeln. Um die deutsche Sprache zu lernen, führt aber letztlich kein Weg am Vokabellernen vorbei. Dies gilt übrigens nicht nur für die deutsche Sprache, sondern genauso auch für jede andere Fremdsprache und die meisten anderen Fächer. Aber warum sind Vokabeln eigentlich wichtig? Und weshalb ist es sinnvoll, Vokabeln mithilfe von Karteikarten zu lernen?

 

Warum es wichtig ist, Vokabeln zu lernen

Um eine Sprache verstehen und sprechen zu können, ist ein gewisser Wortschatz notwendig. Dieser Wortschatz wiederum setzt sich aus einzelnen Vokabeln zusammen. Natürlich spielt auch die Grammatik eine wichtige Rolle, denn sie gibt vor, wie die einzelnen Wörter verwendet und zu Sätzen angeordnet werden.

Bevor die Wörter angeordnet und abgewandelt werden können, müssen sie aber zunächst einmal bekannt sein. Ist dies nicht der Fall, ergibt sich ein Kreis, der nur schwer zu durchbrechen ist. So fällt es dem Lernenden schwer, zu kommunizieren, weil die richtigen Wörter fehlen. Gleichzeitig kann er nur bedingt verstehen, was ein anderer zu ihm sagt. Der Lernende erkennt ein Wort zwar wieder und ist sich sicher, dieses Wort schon einmal gehört oder gelesen zu haben.

Doch er weiß nicht, was das Wort bedeutet hat. Je häufiger es passiert, dass der Lernende ein Wort nicht versteht oder ihm die richtige Vokabel nicht einfällt, desto unsicherer wird er. Die Unsicherheit wiederum führt dazu, dass er Gesprächen auf Deutsch nach Möglichkeit aus dem Weg geht. Die fehlende Praxis lässt die Unsicherheit aber nur noch größer werden. 

 

Warum das Vokabellernen mit einem Vokabelheft weniger effektiv ist

Viele Lernenden nehmen sich fest vor, Vokabeln zu lernen. Der erste Schritt dabei besteht meist darin, unbekannte Wörter in einem Text zu markieren oder sich bislang fremde Begriffe irgendwo aufzuschreiben. Manchmal gehen diese Notizen dann aber wie von Zauberhand verloren und geraten so letztlich in Vergessenheit.

Manchmal werden die Vokabeln zwar in ein Vokabelheft eingetragen und dies ist sicherlich ein guter Anfang. Durch das Schreiben der Vokabeln werden die Begriffe nämlich automatisch wiederholt und prägen sich so zumindest für einen kurzen Moment ein.

Trotzdem ist es aus drei Gründen nicht unbedingt ratsam,
Vokabeln nur mithilfe eines Vokabelheftes zu üben:

1.       Die Seiten in einem Vokabelheft haben üblicherweise zwei Spalten. In die erste Spalte wird die Vokabel eingetragen, die zweite Spalte ist für die Übersetzung in die eigene Muttersprache vorgesehen. Im Deutschen reicht es jedoch nicht aus, nur die Bedeutung eines Wortes zu lernen.

Je nach Wortart ist es stattdessen sinnvoller, weitere Zusatzinformationen gleich mitzulernen. Dadurch wird der spätere Umgang mit dem Wort nämlich wesentlich einfacher. Diese Zusatzinformationen würden ein Vokabelheft jedoch schnell recht unübersichtlich werden lassen.

 

2.       Werden die Vokabeln mittels Vokabelheft geübt, werden sie üblicherweise der Reihe nach wiederholt. Dies hat jedoch zur Folge, dass die Reihenfolge mitgelernt wird. Der Lernende prägt sich also nebenbei mit ein, welches Wort als nächstes kommt. In dieser Reihenfolge kann er die Vokabeln dann irgendwann.

In Wirklichkeit hat aber nicht die Wörter als solches gelernt, sondern sich die Abfolge der Vokabeln gemerkt. Wird dann ein Vokabeltest geschrieben, braucht er ein bestimmtes Wort oder taucht irgendwo in einem Gespräch oder in einem Text ein Wort auf, erkennt er zwar die Vokabel, kann sich an die Bedeutung aber trotzdem nicht erinnern.

 

3.       In einem Vokabelheft stehen die Wörter üblicherweise untereinander in einer Art Liste und beim Üben wird die gesamte Liste wiederholt. Dies ist an sich nicht schlecht.

Allerdings lässt sich so nur schwer ermitteln, welche Vokabeln bereits sicher sitzen und welche Vokabeln noch intensiver geübt werden müssten. Auch gezielte Wiederholungen von einzelnen Vokabeln sind mit einem Vokabelheft nur bedingt möglich.

 

Deutsch-Vokabeln lernen mit Karteikarten – Infos und Tipps

Das Beschriften von Karteikarten ist nicht unbedingt aufwändiger als das Eintragen von Vokabeln in ein Vokabelheft. Dafür ist diese Lernmethode jedoch deutlich effektiver. Dies liegt zum einen daran, dass Karteikarten viel mehr Platz für Zusatzinfos bieten. Zum anderen können die Karteikarten in jeder beliebigen Abfolge geübt werden.

Karteikarten mit Vokabeln, die der Lernende nicht wusste, kann er zur Seite legen und sie gezielt wiederholen. Um das Optimum aus dem Lernen von Deutsch-Vokabeln mit Karteikarten herauszuholen, ist es aber wichtig, sie von Anfang an richtig zu beschriften. Mit Blick auf die deutsche Sprache und Grammatik haben sich dabei folgende Tipps bewährt:

·         Substantive:

Im Deutschen gibt es drei Artikel und sechs unterschiedliche Möglichkeiten, wie die Mehrzahl gebildet werden kann. Aus diesem Grund ist es ratsam, ein Substantiv immer mit dem dazugehörigen Artikel und der Pluralform zu lernen. Für die Beschriftung der Karteikarten heißt das, dass bei Substantiven das Wort mit Artikel auf die Vorderseite geschrieben wird. Darunter kann das Wort noch einmal im Plural notiert werden.

Alternativ ist möglich, nur die Pluralendung zu vermerken. Handelt es sich bei der Vokabel beispielsweise um das Wort Auto, steht auf der Vorderseite der Karteikarte somit das Auto. Dazu kommt entweder die Pluralform die Autos oder nur die Endung -s. Auf der Rückseite wird die Übersetzung in der eigenen Muttersprache vermerkt.

 

·         Adjektive:

Die deutsche Sprache kennt drei Stufen, um Adjektive zu steigern. Nun gibt es aber schwache Adjektive, die regelmäßig gesteigert werden, und starke Adjektive mit unregelmäßigen Steigerungsformen. Um sich die Steigerungsformen von Anfang an richtig zu merken, bietet es sich an, die unregelmäßigen Formen gleich zusammen mit den Vokabeln zu lernen.

Hierfür werden dann auf der Vorderseite der Karteikarte das eigentliche Adjektiv, sein Komparativ und sein Superlativ notiert. Heißt die Vokabel beispielsweise gut, so würde auf der Kartenkartenvorderseite gut, besser, am besten stehen.

 

·         Verben:

Ähnlich wie die Adjektive teilen sich auch die Verben im Deutschen in schwache und in starke Verben. Starke Verben verändern sich je nach Person, Zeit und Modus, während schwache Verben regelmäßige Formen bilden. Beim Vokabellernen sollte deshalb nicht nur der Infinitiv, also die Grundform, gelernt werden. Stattdessen sollte sich der Lernende auch gleich das Präteritum und das Partizip II einprägen. Bei dem Verb gehen als Vokabel würde auf der Karteikartenvorderseite also gehen, ging, gegangen stehen.   

Beim Lernen selbst werden die Karteikarten durchgemischt und anschließend Karte für Karte geübt. Dabei hat es sich bewährt, beim Ablegen der Karten drei Stapel zu bilden. Auf den ersten Stapel kommen die Karten, die sicher sitzen. Auf dem mittleren Stapel werden die Karten abgelegt, die zwar gewusst wurden, aber noch nicht ganz sicher sitzen.

Den dritten Stapel bilden Karten, die der Lernende noch üben muss, weil er die Vokabeln nicht wusste. In den nächsten Durchgängen werden dann vor allem der zweite und der dritte Stapel wiederholt, bis schließlich alle Karten auf dem ersten Stapel abgelegt werden können.

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