Kommaregeln Deutsch

Kommaregeln in Deutsch

 

Wie alle anderen Satzzeichen haben auch Kommas die Aufgabe, einen Text zu gliedern. So trennen sie beispielsweise Hauptsätze von Nebensätzen und Einschüben, verbessern die Verständlichkeit von Infinitiv- und Partizipialkonstruktionen und erhöhen die Übersichtlichkeit bei Aufzählungen.

Doch obwohl die Kommasetzung im Zuge der Rechtschreibreform stark vereinfacht wurde und es vergleichsweise wenige Kommaregeln gibt, sind viele unsicher, wo Kommas gesetzt werden müssen und wo nicht. In vielen Fällen ist es aber gar nicht unbedingt notwendig, sich die Kommaregeln ins Gedächtnis zu rufen und strikt danach vorzugehen.

Die Kommasetzung unterliegt zwar grammatikalischen Regeln, allerdings wirkt sich die Satzstruktur üblicherweise auf den Rhythmus beim Sprechen aus. Ist der Schreiber unsicher, kann es deshalb hilfreich sein, den Text laut vorzulesen. Dort, wo beim Sprechen instinktiv eine kurze Pause gemacht wird, wird nämlich meist auch ein Komma gesetzt.

 

Kommas bei einer Aufzählung

Bei einer Aufzählung trennen Kommas die einzelnen Glieder, die hintereinander genannt werden. Nur die beiden letzten Elemente der Aufzählung werden nicht durch ein Komma voneinander getrennt. Stattdessen stehen hier die Wörter und, sowie oder oder.

Beispiel: Punkt, Ausrufezeichen, Fragezeichen, Komma und Doppelpunkt gehören zu den Satzzeichen.

 

Kommas bei einer Satzreihe

Wird ein Satz gebildet, indem zwei oder mehr gleichrangige Hauptsätze aneinandergereiht werden, wird ein Komma dazwischen gesetzt. Gleichrangige Hauptsätze bedeutet, dass die Sätze vollwertige Sätze sind, die mit einem Punkt enden könnten und auch für sich alleine einen Sinn ergeben würden. Um die Sätze zu einem Satz zu verbinden, wird ein Komma gesetzt. Daneben ist möglich, die Sätze durch und oder oder miteinander zu verbinden. In diesem Fall wird auf ein Komma jedoch verzichtet.

Beispiel:

  •                Ein Komma unterteilt einen Satz. Ein Punkt beendet einen Satz.
  •                Ein Komma unterteilt einen Satz, ein Punkt beendet einen Satz.
  •                Ein Komma unterteilt einen Satz und ein Punkt beendet einen Satz.

 

Kommas bei Nebensätzen und Einschüben

Ein Nebensatz ist ein Satz, der sich auf den Hauptsatz bezieht, selbst aber kein vollwertiger Satz ist. Deshalb kann ein Nebensatz auch nicht für sich alleine stehen, denn er würde keinen Sinn ergeben. Zu erkennen ist ein Nebensatz daran, dass das Verb am Satzende steht.

Außerdem beginnen die meisten Nebensätze mit Konjunktionen wie aber, denn, nachdem, obwohl, falls, wenn, damit, dass oder weil. Daneben gibt es noch die sogenannten Relativsätze. Sie werden durch der, die, das oder welcher, welche, welches und die entsprechenden Formen davon eingeleitet.

Haupt- und Nebensätze werden immer durch ein Komma voneinander getrennt. Steht der Nebensatz vor dem Hauptsatz oder folgt der Nebensatz auf den Hauptsatz, wird ein Komma dazwischen gesetzt. Ist der Nebensatz in den Hauptsatz eingeschoben, wird er von je einem Komma am Satzanfang und am Satzende umschlossen.

Bei Einschüben gestaltet sich die Kommasetzung genauso wie bei Nebensätzen. Einschübe sind Zusatzinformationen oder Erklärungen, die aus nur einem Wort oder auch einem Satz bestehen können. Einschübe in einem Satz stehen immer zwischen Kommas, folgen sie auf den Hauptsatz, werden sie durch ein Komma getrennt.

Beispiel:

  •                Irgendwann werde ich die Kommasetzung können, weil ich regelmäßig übe.
  •                Weil ich regelmäßig übe, werde ich die Kommasetzung irgendwann können.
  •                Irgendwann werde ich, weil ich regelmäßig übe, die Kommasetzung können.

 

Kommas bei Infinitivkonstruktionen

Bei Infinitivkonstruktionen, also Konstruktionen aus zu und der Grundform des Verbs, kann sich der Schreiber grundsätzlich selbst aussuchen, ob er ein Komma setzen möchte oder ob nicht. Zwingend erforderlich ist ein Komma nur dann, wenn es sich um eine Konstruktion mit als, anstatt, außer, ohne, um und statt handelt.

Ansonsten kann der Schreiber das Komma weglassen, wenn der Satz eindeutig und unmissverständlich ist. Für Konstruktionen mit dem Partizip gilt übrigens dasselbe. Auch hier kann der Schreiber ein Komma zur Verdeutlichung setzen, wenn es ihm notwendig erscheint.

Beispiel:

  •                Er hatte heute keine Lust(,) zu lernen.
  •                Statt zu lernen, hörte er Musik.
  •                Musik hörend(,) schob er die Schulbücher zur Seite.

 

Kommas bei direkter Rede

Wörtliche Rede innerhalb eines Satzes wird immer durch Kommas von den übrigen Satzteilen getrennt. Dabei wird auch dann ein Komma gesetzt, wenn die direkte Rede selbst mit einem Ausrufe- oder einem Fragezeichen endet. Ein Punkt als Satzschlusszeichen wird bei der wörtlichen Rede hingegen weggelassen.

Beispiel:

  •                „Ich mache gerade Hausaufgaben“, sagte er.
  •                „Wie lange brauchst Du noch?“, fragt sie.
  •                „Bis ich fertig bin!“, rief er.
  •                „Dann“, entgegnete sie genervt, „gehe ich eben alleine ins Schwimmbad.“

 

 

Übung: Kommaregeln in Deutsch

Setze die fehlenden Kommas!

 

Lisa war froh als sie endlich ihre Hausaufgaben fertig hatte. Die Sonne schien und Lisa wollte das herrlich warme Wetter ausnutzen um mit ihren Freundinnen ein kleines Picknick im Park zu veranstalten.

Also packte sie schnell eine Decke etwas Obst eine Flasche Wasser und die belegten Brötchen die ihre Mutter schon vorbereitet hatte in den Korb. Im Park angekommen stellte sie fest dass sie die Erste war. „Wenn ich das gewusst hätte“ dachte sich Lisa „hätte ich mir noch ein Buch mitgenommen damit mir beim Warten nicht langweilig wird.“

 

Lösung:

Lisa war froh, als sie endlich ihre Hausaufgaben fertig hatte. Die Sonne schien und Lisa wollte das herrlich warme Wetter ausnutzen, um mit ihren Freundinnen ein kleines Picknick im Park zu veranstalten.

Also packte sie schnell eine Decke, etwas Obst, eine Flasche Wasser und die belegten Brötchen, die ihre Mutter schon vorbereitet hatte, in den Korb. Im Park angekommen(,) stellte sie fest, dass sie die Erste war. „Wenn ich das gewusst hätte“, dachte sich Lisa, „hätte ich mir noch ein Buch mitgenommen, damit mir beim Warten nicht langweilig wird.“

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