Deutsche Schrift

Deutsche Schrift

 

Natürlich ist die deutsche Sprache eine Sprache, die nicht nur gesprochen, sondern auch geschrieben wird. So lernen Schüler das Schreiben mithilfe der Lateinischen Ausgangsschrift, der Vereinfachten Ausgangsschrift, der Schulausgangsschrift oder der Grundschrift.

Regelungen dazu zu finden, welche Schriften im Schulunterricht verwendet werden, gehört dabei in den Aufgabenbereich der Bundesländer. Deshalb gibt es keine einheitliche Vorgehensweise, sondern während in einigen Bundesländern eine Schrift verbindlich vorgeschrieben ist, kann in anderen Bundesländern aus mehreren Schriften ausgewählt werden.

 

Die deutsche Schrift und ihre Geschichte

Nachdem in Deutschland lange Zeit die Karolingische Minuskel, eine Schriftart mit einem klaren und einfachen Schriftbild, verwendet worden war, setzte sich ab etwa dem 14. Jahrhundert eine an die gotische Kursive angelehnte Schriftform durch. Der Nürnberger Johann Neudörffer knüpfte an diese Entwicklung an.

Als bedeutendster und einflussreichster Schriftmeister seiner Zeit war er nicht nur entscheidend an der Entstehung der deutschen Fraktur beteiligt, sondern prägte auch die deutschen Kurrentschriften maßgeblich. So verband Neudörffer die Buchstaben der in Deutschland üblichen Schreibschriften zu einer stilistischen Einheit und vermittelte in seinen Lehrbüchern, wie die Schriften geschrieben werden.

Eine Normschrift wurde erstmalig 1714 durch einen Erlass in Preußen eingeführt. Diese Schrift kennzeichnete sich durch spitze, nach rechts geneigte Formen, die nach der Verbreitung der Schrift zum charakteristischen Merkmal der deutschen Schreibschriften wurden. Diese typische Form sollte sich erst durch Ludwig Sütterlin, seines Zeichens Grafiker und Pädagoge, ändern.

Neben der lateinischen Sütterlinschrift entwickelte er die Deutsche Sütterlinschrift, die anstelle von spitzen Formen Kringel enthielt und senkrecht auf den Zeilen angeordnet war. Ab Mitte der 1920er-Jahre wurde die Deutsche Sütterlinschrift erst an preußischen Schulen und später auch an den meisten Schulen der übrigen deutschen Länder als Schulausgangsschrift gelehrt. 1941 folgte dann ein Erlass im Auftrag Adolf Hitlers, der alle gebrochenen Schriften und damit auch die Deutsche Sütterlinschrift verbot. Gleichzeitig wurde die Deutsche Normalschrift, die auf der lateinischen Sütterlinschrift basiert, als verbindliche Ausgangsschrift an deutschen Schulen festgelegt.

 

Die deutsche Schrift heute

Ab 1954 hatten die Schulen in der Bundesrepublik infolge einer Verordnung die Möglichkeit, zusätzlich zu der Normschrift ab der vierten Klasse den Schülern auch wieder die deutsche Schreibschrift beizubringen. Die Vorlage für die deutsche Schreibschrift bildete dabei die Offenbacher Schrift.

Allerdings machten nur wenige Schulen von dieser Möglichkeit Gebrauch. Seit den 1980er-Jahren führten die deutschen Schulverwaltungen verschiedene Formen der Schulausgangsschrift ein. Gemeinsam war und ist diesen Schriften, dass sie den Schreibvorgang vereinfachen sollen. Dies wird vor allem dadurch erreicht, dass sich die Schriften stärker an Druckschriften orientieren und Schnörkel wegfallen.

 

Derzeit werden an deutschen Schulen vier Schriftarten gelehrt:

 

1.       Die Lateinische Ausgangsschrift, kurz LA, ist eine Weiterentwicklung der Deutschen Normalschrift. Die LA wurde in der Bundesrepublik 1953 durch einen Erlass der Kulturministerkonferenz als verbindliche Schulausgangsschrift eingeführt. Eine Ausnahme bildete lediglich Bayern, hier erfolgt die verbindliche Einführung erst 1966.

 

2.       Die Vereinfachte Ausgangsschrift, kurz VA, ist das Ergebnis des Versuchs, die LA einfacher zu gestalten. Die Erprobung erfolgte ab 1972.

 

3.       Die Schulausgangsschrift, kurz SAS, stammt aus der DDR. Hier wurde ein neues Lehrplanwerk eingeführt und in diesem Zuge fand auch eine Änderung der bis dahin genutzten Schulausgangsschrift statt. Gründe dafür waren didaktische und ästhetische Aspekte. So wurden die Großbuchstaben vereinfacht und die Bewegungsabläufe beim Schreiben von Kleinbuchstaben gestrafft. Dadurch konnten Schüler das Schreiben von Anfang an mit einer Schreibschrift erlernen. Nach 1991 haben einige alte Bundesländer die SAS übernommen.

 

4.       Die Grundschrift ist eine recht neue Schrift, die derzeit erprobt wird. Charakteristisch für die Grundschrift ist, dass sie sich an der Druckschrift orientiert und die Buchstaben sowohl einzeln stehen als auch miteinander verbunden werden können. Verschlingungen der Unter- und Überlängen gibt es bei der Grundschrift nicht. Der Grundschulverband möchte erreichen, dass die Grundschrift als verbindliche Normschrift eingeführt wird und in diesem Zuge alle anderen Schreibschriften ersetzt.

 

Das deutsche Alphabet

Im Deutschen wird das lateinische Alphabet für die geschriebene Sprache verwendet.

Dieses umfasst die 26 Buchstaben A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, X, Y und Z als Grundbuchstaben.

Zusätzlich dazu enthält das deutsche Alphabet die drei Umlaute Ä, Ö und Ü. In Wörterbüchern werden die Umlaute wie die Buchstaben A, O und U behandelt. Im Unterschied dazu werden sie in Telefonbüchern unter Ae, Oe und Ue einsortiert. Als weiteren Sonderbuchstaben gibt es in der deutschen Sprache das ß, das auch als scharfes S oder Doppel-S bezeichnet wird.

Früher wurde das ß durch SS oder SZ ersetzt, wenn ein Text komplett in Großbuchstaben geschrieben wurde oder wenn eine Schriftart oder ein Zeichensatz diesen Buchstaben nicht enthielt.

Im Zuge der Rechtschreibreform wurde die Schreibweise von ß und ss teilweise neu festgelegt. So werden nun alle Wörter mit einem kurzen Vokal mit ss geschrieben, also beispielsweise Fluss, Riss oder dass. Bei Wörtern, die einen langen Vokal enthalten, bleibt das ß bestehen, Beispiele hierfür sind Fuß, Straße oder gießen.

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