Die wichtigsten Begrüßungsregeln auf einen Blick

Die wichtigsten Begrüßungsregeln auf einen Blick

Jedes Treffen und jedes Gespräch beginnt mit der Begrüßung. Nur: Muss es jedes Mal ein ausgesprochener Gruß sein oder reicht auch ein kurzes Zunicken? Wer begrüßt wen zuerst? Wer streckt die Hand aus? Und wer entscheidet, ob es überhaupt zu einer Begrüßung mit Handschlag kommt?

Begrüßungsregeln

Was die Begrüßung angeht, hat jedes Land seine eigenen Regeln. Und manchmal herrscht Unsicherheit darüber, was in der jeweiligen Situation denn nun richtig ist.

Wir erklären deshalb die wichtigsten
Regeln rund um die Begrüßung!:

 

Wer grüßt zuerst?

Was die Reihenfolge angeht, gibt es eine einfache Regel: Grundsätzlich grüßt derjenige zuerst, der einen Raum betritt. Das ist sowohl im Alltag und im Privatbereich als auch im Geschäftsleben so. Wer also beispielsweise einen Fahrstuhl, ein Wartezimmer, einen Konferenzraum oder auch die Sauna betritt und dort auf andere Menschen trifft, spricht als Erster einen Gruß aus.

Im Beruf gilt außerdem, dass der Rangniedrigere den Ranghöheren begrüßt. Begegnen sich beispielsweise der Chef und ein Mitarbeiter auf dem Flur, grüßt der Mitarbeiter zuerst den Chef. Das Alter und das Geschlecht spielen an diesem Punkt keine Rolle. Ist der Rang unklar, grüßt im Zweifel derjenige zuerst, der die andere Person früher sieht.

 

Wie wird gegrüßt?

Nach Möglichkeit sollte eine Grußformel immer mit den gleichen Worten erwidert werden. Auf ein “Guten Tag” sollte also ein “Guten Tag” folgen, während bei einem lockeren “Hallo!” ein ebenso lockeres “Hallo!” oder “Hi!” als Antwort ausreicht.

Es macht einen komischen und teils auch belehrenden Eindruck, wenn auf eine Begrüßung wie “Guten Morgen!” ein betontes “Guten Tag!“ als Antwort kommt. Oder wenn ein umgangssprachliches “Servus!“ mit einem förmlichen “Guten Abend!“ beantwortet wird.

Ein kurzes, freundliches Zunicken reicht dann aus, wenn die Entfernung zum Gegenüber recht groß ist. Oder wenn es laut ist. Denn es macht wenig Sinn, die Begrüßung quer durch den ganzen Raum zu brüllen. Außerdem sollte es bei einem Zunicken bleiben, wenn die Person gerade mitten in einem Gespräch ist. Das Gespräch zu unterbrechen, nur um kurz “Hallo!” zu sagen, wäre nämlich unhöflich.

 

Wer reicht zuerst die Hand?

Für den Handschlag gilt, dass der Ranghöhere entscheidet, ob er seinem Gegenüber die Hand gibt oder ob nicht. Bei einem geschäftlichen Treffen beispielsweise sollte der Mitarbeiter abwarten, ob ihm der Chef die Hand anbietet.

Bleibt aber die Frage, was ist, wenn sich die beiden Gesprächspartner nicht kennen. Ist eine Person irgendwo zu Gast, ist diese Person prinzipiell der Ranghöhere. Welchen Status der Gast hat und ob er das Büro eines Mitarbeiters oder des Geschäftsführers betritt, ist dabei egal. Der Gast darf die Hand zuerst reichen. Allerdings muss der Gastgeber seiner Gastgeberrolle ebenfalls gerecht werden können. Aus diesem Grund wird es meist der Gastgeber sein, der seinen Gast mit einem Händedruck willkommen heißt.

Und abhängig von der Reihenfolge gilt zudem: Wird jemandem zur Begrüßung die Hand gereicht, sollte er den Handschlag erwidern. Es ist äußerst unhöflich und ein sehr klares Signal der Ablehnung, nicht auf die ausgestreckte Hand zu reagieren und den Handschlag zu verweigern.

 

Wie lange dauert der Handschlag?

Beim Händeschütteln entsteht ein direkter Kontakt. Deshalb sollte die Hand warm und trocken sein. Sich vorab unauffällig die Hand abzuwischen und sie durch leichtes Reiben etwas aufzuwärmen, ist deshalb durchaus ratsam. Denn niemand möchte das Gefühl haben, dass er einen toten Fisch in der Hand hält.

Durch den Händedruck soll Nähe und Vertrauen entstehen. Deshalb sollte der Händedruck nicht zu lasch sein. Denn wer die Hand seines Gegenübers bestenfalls leicht berührt, vermittelt Unsicherheit, Unbehagen oder wenig Interesse. Andersherum darf der Händedruck aber auch nicht zu fest sein. Die Hand des Gegenübers zu quetschen, ist tabu. Gleiches gilt für ein wildes Schütteln.

Mehr als zwei, drei Sekunden sollte ein Händedruck nicht dauern. Sollte der Gesprächspartner die Hand nicht mehr loslassen wollen, hilft es meist, den Griff zu entspannen. Denn wenn kein Gegendruck mehr da ist, wird der Gesprächspartner die Hand recht schnell wieder freigeben.

 

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Absolute Pflicht ist, bei der Begrüßung den Blickkontakt zu suchen. Schon zu Ritterzeiten war der Blickkontakt ein Muss. Seinerzeit wurden die Visiere angehoben, um auf diese Weise zu vermitteln, dass nicht gekämpft werden soll, sondern dass friedliche und freundschaftliche Absichten bestehen. Übertragen auf die heutige Zeit heißt das, dass eine dunkle Sonnenbrille zur Begrüßung abgenommen wird.

Außerdem werden bei der Begrüßung die Hände aus den Hosentaschen genommen. Auch diese Geste hat eine lange Geschichte. Früher sollte das Gegenüber nämlich beide Hände sehen, damit er sich sicher sein konnte, dass keine Gefahr besteht und der Gesprächspartner nicht plötzlich eine Waffe zückt.

Wer Handschuhe trägt, sollte diese bei einer Begrüßung mit Handschlag ausziehen. Es sei denn, der Gesprächspartner trägt ebenfalls Handschuhe. In diesem Fall können beide die Handschuhe anlassen. In der Praxis ist es aber üblicher, zumindest den rechten Handschuh für die Begrüßung abzustreifen.

Und noch etwas: Bei der Begrüßung bleibt es entweder bei Worten oder bei einem Händeschütteln mit einer Hand. Die Hand des Gegenübers mit beiden Händen zu umfassen oder ihm auf die Schulter zu klopfen, sind Gesten, die Dominanz ausstrahlen und unsympathisch rüberkommen. Solche Begrüßungen sind nur dann in Ordnung, wenn sich beide Gesprächspartner gut kennen und eng miteinander vertraut sind.

Wie ist bei mehreren Personen die richtige Reihenfolge bei der Begrüßung?

Betritt eine Person den Raum, in der sich weitere Personen befinden, sollte sie zunächst den Gastgeber oder die ihr bekannte Kontaktperson mit Handschlag begrüßen. Der Gastgeber sollte dann derjenige sein, der die Person den übrigen Anwesenden vorstellt. Stellt sich die Person selbst vor, sollte sie nach dem Schema Grußformel – Vorname und Nachname vorgehen, also zum Beispiel” Hallo, ich bin Max Mustermann.” Floskeln wie “gestatten”, “angenehm” oder “sehr erfreut” sind heute nicht mehr zeitgemäß.

Generell sollte möglichst der Ranghöchste zuerst begrüßt werden. Das gilt auch dann, wenn er ein Mann ist und direkt neben ihm eine Frau steht. Ist die Frau nämlich beispielsweise eine Praktikantin, wäre es seltsam, die Praktikantin vor ihrem Vorgesetzten zu begrüßen. Ist die Rangordnung nicht ersichtlich, bietet es sich an, in der Reihenfolge vorzugehen, wie einem die Personen begegnen. Im Zickzack durch den Raum zu wandern, ist nicht notwendig und würde zudem komisch wirken.

Grundsätzlich ist eine Begrüßung mit Handschlag immer auch die Aufforderung zu einem kurzen Smalltalk. Zumindest ein, zwei Sätze sollten gewechselt werden. Fehlt dazu die Zeit, ist es besser, es bei einem kurzen Gruß im Vorbeigehen zu belassen.

Und noch ein letzter Hinweis: Wer begrüßt wird, steht zumindest für den Handschlag kurz auf. Das gilt für Frauen und Männer gleichermaßen.

 

Zum Einprägen: die wichtigsten Begrüßungsregeln auf einen Blick

  • Derjenige, der einen Raum betritt, grüßt zuerst.
  • Eine mündliche Begrüßung spricht der Rangniedrigere gegenüber dem Ranghöheren aus.
  • Im Zweifel grüßt derjenige zuerst, der die andere Person zuerst sieht.
  • Eine Begrüßung sollte mit den gleichen Worten erwidert werden.
  • Der Ranghöhere entscheidet, ob es eine Begrüßung mit Handschlag wird.
  • Der Händedruck sollte bestimmt sein und höchstens drei Sekunden dauern. Dabei werden die Hände gereicht, aber nicht wild geschüttelt.
  • Die Begrüßung erfolgt mit Blickkontakt und die Hände werden aus den Hosentaschen genommen.
  • Bei der Selbstvorstellung werden eine Grußformel und danach der Vorname und der Nachname genannt.

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