Verneinungen in der deutschen Sprache

Basiswissen: Verneinungen in der deutschen Sprache

Eine Aussage kann bejahend formuliert werden. Umgekehrt ist es möglich, eine Aussage zu verneinen. Der Fachausdruck für eine Verneinung heißt Negation.

Im Deutschen gibt es verschiedene Möglichkeiten, um eine Verneinung auszudrücken, beispielsweise mit dem Wort nicht, mit bestimmten Präpositionen, mittels gewisser Konjunktionen oder indem verneinende Vor- oder Endsilben an ein Wort angehängt werden. Aber wie geht das genau?

Hier im Sinne von Basiswissen eine Übersicht
zu den Verneinungen in der deutschen Sprache:

Nicht bei der Verneinung von Sätzen

Durch das Wort nicht kann ein ganzer Satz verneint werden. Die Verneinung kann sich aber auch nur auf das Verb oder auf ein Nomen, das von einem bestimmten Artikel begleitet wird, beziehen.

·         Verneint nicht den ganzen Satz, steht es am Satzende:

·         Er arbeitet nicht.

·         Sie kennt den Mann nicht.

·         Das Buch gefällt mir nicht.

·         Manchmal steht am Ende des Satzes ein Verb. Dies ist unter anderem bei trennbaren Verben, Konstruktionen mit Modalverben und einigen Zeitformen der Fall. Dann wird nicht vor das Verb gestellt:

·         Er zieht seine Jacke nicht an.

·         Sie kann nicht kommen.

·         Die Treppenstufe hatte ich nicht gesehen.

·         Enthält ein Satz eine modale Angabe, wird das nicht vor diese Angabe gestellt:

·         Er musste nicht lange warten.

·         Sie geht nicht gern spazieren.

·         Beim nächsten Mal würde ich es nicht anders machen.

·         Bei Präpositionen steht das nicht ebenfalls davor:

·         Er wartet nicht auf den Bus.

·         Sie freut sich nicht über die Blumen.

·         Die Ergebnisse werden nicht vor Montag vorliegen.

 

Aber: Steht die Präposition an erster Stelle, wird das nicht nicht davorgestellt. Stattdessen wandert es dann ans Satzende: Vor Montag werden die Ergebnisse nicht vorliegen. (Statt: Nicht vor Montag werden die Ergebnisse vorliegen.)

Nicht bei der Verneinung von Satzteilen

Manchmal soll nicht die ganze Satzaussage verneint werden, sondern nur ein bestimmter Teil des Satzes. In diesem Fall steht das nicht vor dem Satzteil, der verneint werden soll. Häufig beginnt der andere, nicht verneinte Satzteil dann mit Wörtern wie sondern oder stattdessen. Nicht kann außerdem Adjektive und Partizipien verneinen. Auch hier wird das nicht vor das Wort oder die Wortgruppe gestellt, die verneint werden sollen.

·         Er möchte nicht schlafen, sondern lieber fernsehen.

·         Sie leiht ihrer Freundin das Kleid nicht. Stattdessen trägt sie es bei der Feier selbst.

·         Du warst nicht vorsichtig genug.

·         Der Kuchen wird mit nicht geschälten Äpfeln belegt.

Kein als unbestimmter Negationsartikel

Ein Nomen, das von einem bestimmten Artikel begleitet wird, wird mit nicht verneint. Begleitet ein unbestimmter Artikel ein Nomen, heißt die Verneinung kein. Kein wird dabei genauso gebeugt wie der unbestimmte Artikel. Im Unterschied zum unbestimmten Artikel hat kein aber auch einen Plural.

·         Peter möchte keine Katze. Er wünscht sich einen Hund.

·         Maria hat kein eigenes Zimmer.

·         Ist das ein Problem? Das ist kein Problem.

·         Wenn du so weitermachst, hast Du bald keine Freunde mehr.

Wird das ein nicht als unbestimmter Artikel, sondern als Zahlwort verwendet, wird es mit nicht verneint: Im Urlaub hat Maria nicht ein Andenken gekauft, sondern gleich fünf.

Verneinende Pronomen und Adverbien

Im Deutschen gibt es verschiedene Pronomen und Adverbien mit verneinender Aussage. Sie bilden das Gegenstück zu den bejahenden Wörtern. Beispiele hierfür sind:

·         jemand – niemand

·         alles, etwas – nichts

·         immer, oft, manchmal – nie, niemals

·         überall, irgendwo – nirgends, nirgendwo

Verneinung durch ohne und außer

Mit den Präpositionen ohne und außer können Aussagen verneint werden. Auf ohne folgt der Akkusativ, außer verlangt den Dativ.

·         Lisa bestellt ein Eis. Sahne dazu möchte sie nicht – Lisa bestellt ein Eis ohne Sahne.

·         Alle Schüler konnten die Aufgabe lösen. Nur Markus nicht. – Alle Schüler außer Markus konnten die Aufgabe lösen.

Negation durch weder… noch und ohne … zu

Durch die Konjunktionen weder … noch und ohne … zu können zwei Sätze oder zwei Satzglieder so miteinander verbunden werden, dass sich insgesamt eine verneinende Satzaussage ergibt.

·         Peter kann nicht lesen. Er kann auch nicht schreiben. – Peter kann weder lesen noch schreiben.

·         Maria ist nicht arm. Sie ist auch nicht reich. – Maria ist weder arm noch reich.

·         Daniel ist gegangen. Er hat sich nicht verabschiedet. – Daniel ist gegangen ohne sich zu verabschieden.

·         Lisa schneidet den Kuchen an. Sie fragt vorher nicht. – Lisa schneidet den Kuchen an ohne vorher zu fragen.

Verneinende Vor- und Nachsilben

Im Deutschen gibt es einige Vor- und Nachsilben, die an ein Wort angefügt werden können. Das Wort erhält dadurch eine verneinende Bedeutung. Zu den Vorsilben, die ein Wort verneinen, gehören:

·         un-: unhöflich, unschön, unsicher, unfähig, ungeduldig. Das war jetzt aber ungerecht! Ich habe selten einen so unfreundlichen Menschen erlebt.

·         ir-: irregulär, irreparabel, irrational. Dieser Sachverhalt ist irrelevant.

·         in-: indiskret, intolerant, indiskutabel, inkompetent. Die politische Situation ist nach wie vor äußerst instabil.

·         des-: desinteressiert, desorientiert, desinfiziert. Du wirkst ganz schön desillusioniert.

·         a-: atypisch. Kai legte ein wirklich asoziales Verhalten an den Tag.

Die wichtigste und am häufigsten verwendete Nachsilbe, die ein Wort verneint, ist -los: arbeitslos, hilflos, sprachlos, verantwortungslos. Es ist sinnlos, noch länger zu warten. Ich hätte dich nicht für so humorlos gehalten. Das war eine sehr taktlose Aussage. Der Mann lag leblos auf dem Bürgersteig.

Negation bei Fragen

Eine Frage kann sowohl bejahend als auch verneinend beantwortet werden. Fragen, auf die die Antwort ja oder nein lautet, werden auch geschlossene Fragen genannt.

·         Hast du Hunger? Ja.

·         Kommt Peter später noch vorbei? Nein.

Wird an die Antwort noch ein Satz angehängt, wird dieser mit nicht verneint.

·         Hast Du Hunger? Ja, ich habe Hunger.

·         Kommt Peter später noch vorbei? Nein, Peter kommt später nicht mehr vorbei.

Wird eine negative Frage gestellt, ändert sich nichts, wenn die Antwort verneinend bleibt. Soll die Frage hingegen bejahend beantwortet werden, erfolgt dies durch das Wort doch.

·         Hast du keinen Hunger? Nein, ich habe keinen Hunger.

Kommt Peter später nicht mehr vorbei? Doch, Peter kommt später noch vorbei.

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