Die Indefinitpronomen

Die Indefinitpronomen

 

Die Indefinitpronomen heißen im Deutschen auch unbestimmte Fürwörter. Sie können die Funktion eines Artikels übernehmen oder ein Nomen ersetzen. Als Stellvertreter für ein Nomen können Indefinitpronomen eine unbestimmte Menge einer Person oder einer Sache bezeichnen.

Unbestimmte Menge meint in diesem Fall, dass die Person oder Sache entweder nicht bekannt oder ihre Menge nicht genauer bestimmt ist. In der deutschen Sprache gibt es viele verschiedene Indefinitpronomen, die teilweise dekliniert und teilweise unverändert in ihrer Grundform verwendet werden. Einige Indefinitpronomen stehen nur für Personen, andere nur für Sachen und wieder andere können für beides stehen.

Einige Indefinitpronomen kommen nur in der Einzahl vor, andere nur oder auch in der Mehrzahl. Insgesamt lassen sich die am häufigsten verwendeten Indefinitpronomen in drei Gruppen teilen, nämlich in die unbestimmten Fürwörter nur für Personen, nur für Sachen und für beides.

 

Die Indefinitpronomen für Personen

Die wichtigsten Indefinitpronomen, die nur für Personen verwendet werden, sind man, jemand und niemand. Sie kommen ausschließlich in der Einzahl vor, eine Mehrzahlform gibt es nicht.  

Man ist ein unpersönliches Pronomen, das sowohl für eine als auch für mehrere näher nicht bestimmte Personen stehen kann. Die Form man ist der Nominativ und wird auch nur in diesem Fall so verwendet. Im Nominativ wird das Pronomen immer in der 3. Person Einzahl dekliniert.

Im Dativ und im Akkusativ wird man durch einem und einen ersetzt. 

  • ·         Dir muss man alles immer dreimal sagen.
  • ·         Das hätte man durchaus wissen können.
  • ·         Kann man das Getränk auch mitnehmen?
  • ·         Du kannst einen doch nicht so erschrecken!

Aber Vorsicht: man hat nichts mit Mann zu tun! Man ist ein unpersönliches Pronomen und sagt nichts über das Geschlecht der Person aus. Mann hingegen ist ein Substantiv und das Gegenteil von Frau.  

Jemand steht für eine unbestimmte Person. Um die Unbestimmtheit noch zu verstärken, dann irgend- vorangestellt werden. Die Verneinung von jemand ist niemand. Beide Pronomen werden nur in der Einzahl verwendet und sagen nichts über das Geschlecht der Person aus. Im Dativ wird an beide Pronomen die Endung -em angehängt, im Akkusativ die Endung -en.

In der Umgangssprache werden die Endungen aber manchmal einfach weggelassen.

  • ·         Ist hier jemand? Nein, hier ist niemand.
  • ·         Jemand muss die Arbeit machen. Aber vermutlich niemand übernimmt diese Aufgabe gerne.
  • ·         Ich hätte gestern jemanden gebraucht, der mir hilft.
  • ·         Das kannst Du niemandem antun!

 

Die Indefinitpronomen für Sachen

Als Indefinitpronomen nur für Sachen werden hauptsächlich etwas, nichts und alles verwendet.  

Etwas kann die Funktion eines Artikels haben oder Stellvertreter von einem Nomen sein. Das Fürwort kommt in allen vier Fällen vor, wird aber immer unverändert in der Grundform benutzt. Etwas bezeichnet eine unbestimmte Sache oder einen nicht näher bestimmten Sachverhalt. Um die Unbestimmtheit zu verstärken, das irgend- vorangestellt werden. In der Umgangssprache wird das Pronomen oft in der Kurzform was verwendet.

  • ·         Bringst Du mir etwas mit?
  • ·         Er hat gesehen, dass sich dort etwas bewegt.
  • ·         Ich glaube, Du hast da was verwechselt.

Daneben kann etwas die Bedeutung von ein bisschen oder ein wenig haben.

  • ·         Könntest Du bitte etwas (ein bisschen/ein wenig) leiser sein?

 

Nichts ist die Verneinung von etwas. Auch dieses Indefinitpronomen wird nicht verändert, sondern behält immer seine Grundform bei.

  • ·         Hat sie etwas gesagt? Nein, sie hat nichts gesagt.
  • ·         Er möchte nichts mehr trinken.
  • ·         Davon habe ich nichts gewusst!

 

Alles als Indefinitpronomen nur für Sachen verallgemeinert eine Sache oder einen Sachverhalt.

  • ·         Er muss immer alles alleine entscheiden.
  • ·         Alles geht einmal zu Ende.
  • ·         Sie will entweder alles oder nichts.

 

In der Umgangssprache wird außerdem auch welch- als Indefinitpronomen verwendet. Es hat dann die Bedeutung von etwas oder einiges. In der Einzahl kann welch- nur für Sachen stehen, in der Mehrzahl darf es auch für Personen eingesetzt werden. Welch- wird dekliniert und kann grundsätzlich in allen vier Fällen stehen. Allerdings ist der Gebrauch des Genitivs und des Dativs nicht gerne gesehen und sollte deshalb auch umgangssprachlich vermieden werden.

  • ·         Hast Du noch Orangensaft? Im Kühlschrank müsste noch welcher sein.
  • ·         Ich hätte Lust auf Erdbeeren. Ich werde mir später auf dem Markt welche kaufen.

 

Die Indefinitpronomen für Personen und für Sachen

Die Indefinitpronomen alle, jede, einige, manche, mehrere, ein und kein können sowohl für Personen als auch für Sachen stehen. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie in allen vier Fällen auftauchen können und dann durch das Anhängen einer Endung entsprechend dekliniert werden. 

All- übernimmt entweder die Funktion eines Artikels oder ersetzt ein Nomen. Dabei fasst es die Menge zu einer Gesamtmenge zusammen.

  • ·         Alle freuen sich schon auf die Ferien.
  • ·         Es ist im Interesse aller, den Streit schnell beizulegen.
  • ·         Du kannst es nicht allen recht machen.
  • ·         Der Sturm hat alles zerstört.

 

Jede- übernimmt die Aufgabe eines Artikels oder eines Nomens. Es bezieht sich auf alle Bestandteile einer Gruppe oder Menge. In der Einzahl werden die Endungen für den jeweiligen Fall angehängt. Eine eigene Mehrzahlform von jede- gibt es nicht. Stattdessen wird dann alle verwendet.

  • ·         Jeder hat gewusst, dass wir heute einen Test schreiben.
  • ·         Jedem Gast wird zur Begrüßung ein Glas Sekt gereicht.
  • ·         Das kann jeden einmal treffen.
  • ·         Die Feier ist vorbei. Alle gehen jetzt nach Hause.

 

Einige- fungiert als Artikel oder als Ersatz für ein Nomen. Es bezeichnet eine unbestimmte Menge, die je nach Zusammenhang größer oder kleiner sein kann als eine Vergleichsmenge.

  • ·         Einige Kinder kamen heute zu spät in die Schule.
  • ·         Einigen von euch ist einfach nicht zu helfen!
  • ·         Mit ihm habe ich schon so einiges erlebt.

 

Manch- kann als Artikel oder als Stellvertreter für ein Nomen Anwendung finden. Von der Bedeutung her ist es mit einige vergleichbar.

  • ·         Mancher denkt wohl, die Angelegenheit erledigt sich von alleine.
  • ·         Wenn sie könnte, würde sie heute so manches anders machen.
  • ·         Manche hatten darauf gehofft, die Prüfung würde ausfallen.
  • ·         Manches davon war ihm nicht klar.

 

Mehrere- bedeutet soviel wie einige oder manche. Dieses Indefinitpronomen wird dekliniert, tritt aber nur in der Mehrzahl auf. Eine Einzahlform gibt es nicht.

  • ·         Mehrere Schüler konnten die Aufgaben in der vorgegebenen Zeit nicht lösen.
  • ·         Er wollte sie gestern anrufen. Er hat es mehrere Male probiert.
  • ·         Der Zug hatte Verspätung. Deshalb kamen mehrere zu spät zur Arbeit.

 

Ein- ersetzt ein Nomen und steht für eine unbestimmte Person oder Sache, die bereits bekannt ist. Verneint wird das Indefinitpronomen durch kein-. Beide Fürwörter können in allen vier Fällen vorkommen und erhalten dann die jeweilige Endung. In der Mehrzahl bleibt aber nur kein- erhalten. Ein- wechselt stattdessen zu welch-.

  • ·         Ich habe meine Stifte vergessen. Kannst Du mir einen leihen?
  • ·         Er hätte gerne ein eigenes Auto, aber er kann sich keins leisten.

Sie hatten Tomaten im Angebot. Haben sie noch welche oder gibt es keine mehr?

Mehr Anleitungen, Übungen und Tipps:

Thema: Die Indefinitpronomen

Teilen:

Kommentar verfassen