Deutsche Rechtschreibung

Deutsche Rechtschreibung

 

Eine Sprache zu lernen, ist eigentlich eine ganz schön komplexe Angelegenheit. So gilt es nicht nur, Vokabeln zu üben und die Grammatikregeln zu lernen, um die gesprochene Sprache zu verstehen und selbst Antworten geben, Fragen stellen und Aussagen treffen zu können.

Genauso muss sich der Lernende mit der geschriebenen Sprache auseinandersetzen, also das Lesen und Schreiben auf Deutsch lernen. In diesem Zusammenhang spielt die Rechtschreibung eine große Rolle.

Die Rechtschreibung beinhaltet mehrere Bereiche. Zu diesen Bereichen gehört unter anderem die Laut-Buchstaben-Zuordnung, die dafür zuständig ist, wie die Wörter als solches geschrieben werden. Daneben muss der Lernende darauf achten, wann welche Wörter zusammen oder getrennt geschrieben werden und wie er Wörter am Ende einer Zeile trennen kann. Außerdem wirken sich die Satzzeichen auf die Rechtschreibung aus.

Hinzu kommt, dass im Deutschen nicht alle Wörter kleingeschrieben werden.

 

Grundsätzliches zur Groß- und Kleinschreibung im Deutschen

Die deutsche Schriftsprache unterscheidet zwischen groß- und kleingeschriebenen Wörtern.

 

Dabei gibt es zunächst einmal zwei wesentliche Grundregeln:

 

1.       Alle Substantive werden großgeschrieben. Substantive werden auch Hauptwörter, Nennwörter, Namenswörter oder Nomen genannt. Alle anderen Wortarten wie Adjektive, Verben oder Artikel werden kleingeschrieben.

Wird eine Wortart wie ein Substantiv verwendet, wird das Wort allerdings großgeschrieben. Die Grundregel lautet also, dass alle Wörter, die Substantive sind oder als Substantive in einem Satz verwendet werden, großgeschrieben werden.

 

2.       Alle Wörter, die das erste Wort eines Satzes bilden, werden großgeschrieben. Dabei spielt es keine Rolle, um was für eine Wortart es sich handelt. Gleiches gilt für das erste Wort von Überschriften oder Titeln. Jeder Satz oder jede Sinneinheit beginnt also mit einem großgeschriebenen Wort.

 

Die wichtigsten Rechtschreibregeln zur Groß- und Kleinschreibung

Die beiden Grundregeln zur Groß- und Kleinschreibung im Deutschen lassen sich eigentlich immer anwenden. Trotzdem ist es manchmal gar nicht so einfach, zu entscheiden, ob ein Wort groß- oder kleingeschrieben werden muss, denn nicht immer ist auf den ersten Blick zu erkennen, welche Funktion ein Wort in dem Satz hat. Zudem gibt es ein paar Besonderheiten.

 

Generell gilt Folgendes:

 

·         Eigennamen werden immer großgeschrieben. Zu den Eigennamen gehören Vor- und Nachnamen, Amtsbezeichnungen, Straßennamen, Ortsnamen, geographische Bezeichnungen, Namen von historischen Ereignissen und feste Ausdrücke. Besteht ein Eigenname aus mehreren Wörtern, wird neben dem eigentlichen Namen auch das dazugehörige Adjektiv, Partizip, Pronomen oder Zahlwort großgeschrieben. Es heißt also beispielsweise die Ewige Stadt für Rom, der Regierende Bürgermeister, der Zweite Weltkrieg, der Weiße Hai

 

·         Zusammensetzungen mit Bindestrich beginnen immer mit einem großgeschriebenen Buchstaben. Innerhalb der Wortzusammensetzung werden außerdem auch die enthaltenen Substantive großgeschrieben. Beispiele: Pro-Kopf-Verbrauch, Erste-Hilfe-Kurs, Kopf-an-Kopf-Rennen

 

·         Verben werden großgeschrieben, wenn sie im Satz wie ein Substantiv verwendet werden. Dies ist dann der Fall, wenn ein bestimmter oder ein unbestimmter Artikel davorsteht oder wenn ein Artikel gedanklich eingefügt werden könnte. Außerdem werden Verben großgeschrieben, wenn ihnen ein Attribut, eine Präposition oder ein Pronomen vorausgeht. Beispiele: das Schreiben, ein Lächeln, lautes Schreien, im Stehen, mein Können

 

·         Adjektive werden wie Verben nach einem bestimmten, einem unbestimmten oder einem gedachten Artikel, einer Präposition und einem Pronomen großgeschrieben. Außerdem werden Adjektive großgeschrieben, wenn sie auf ein unbestimmtes Zahlwort wie manches, viel oder alles folgen, wenn sie von Orts- oder Ländernamen abgeleitet sind und auf -er enden oder wenn es sich um eine Paarung handelt, bei der die Adjektive nicht dekliniert werden.

Beispiele:

das Beste, ein Blau, auf Deutsch, seine Kleine, etwas Besonderes, Schweizer Schokolade, Jung und Alt. Bei festen Redewendungen mit auf das oder aufs und dem Adjektiv im Superlativ ist sowohl die Klein- als auch die Großschreibung zulässig. Richtig ist somit aufs Angenehmste und aufs angenehmste.

 

·         Zahlwörter werden großgeschrieben, wenn sie als Substantiv dienen oder eine Ziffer beschreiben. Beispiele: eine Million, als Erster ankommen, eine Sechs würfeln. Die Wörter hundert, tausend und dutzend können klein- oder großgeschrieben werden, wenn sie über eine unbestimmte Menge informieren. Die Ausstellung lockte hunderte/Hunderte von Besuchern an, ist also beides richtig.

 

·         Tageszeiten in Kombination mit den Wörtern gestern, heute und morgen werden großgeschrieben. Außerdem werden Tageszeiten großgeschrieben, wenn sie zusammen mit einem Wochentag ein Wort bilden. Beispiele: gestern Abend, heute Früh, morgen Mittag, Sonntagabend, Mittwochmorgen. Wird das Wort als Adverb verwendet, muss es aber kleingeschrieben werden, dann also sonntagabends, mittwochmorgens.

 

·         Anredepronomen werden aus Gründen der Höflichkeit großgeschrieben. Dies gilt insbesondere für die förmliche Anrede „Sie“ und die entsprechenden Formen davon. Die vertraulichen Anredepronomen „Du“ und „Ihr“ können auch kleingeschrieben werden. In Briefen ist die Großschreibung jedoch üblicher. 

 

Übung: Deutsch Rechtschreibung

Im folgenden Text sind alle Wörter kleingeschrieben.

Korrigiere den Text unter Anwendung der Regeln zur Groß- und Kleinschreibung:

 

eigentlich freute sich peter darüber, dass seine eltern beschlossen hatten, nach deutschland auszuwandern. von dem land hatte er schon viel gutes gehört. aber neben der vorfreude auf eine neue, spannende zeit hatte er auch ein wenig angst.

er machte sich sorgen darüber, ob er sich in seiner neuen heimat wohlfühlen, ob es ihm in der neuen schule gefallen und vor allem, ob er bald freunde finden würde. die größte sorge bereitete ihm allerdings der gedanke daran, dass er ja auch noch deutsch lernen muss.

 

 

Lösung:

Eigentlich freute sich Peter darüber, dass seine Eltern beschlossen hatten, nach Deutschland auszuwandern. Von dem Land hatte er schon viel Gutes gehört. Aber neben der Vorfreude auf eine neue, spannende Zeit hatte er auch ein wenig Angst.

Er machte sich Sorgen darüber, ob er sich in seiner neuen Heimat wohlfühlen, ob es ihm in der neuen Schule gefallen und vor allem, ob er bald Freunde finden würde. Die größte Sorge bereitete ihm allerdings der Gedanke daran, dass er ja auch noch Deutsch lernen muss.

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