5 Strategiefehler beim Deutsch lernen

5 Strategiefehler beim Deutsch lernen 

Vermutlich niemand wird bestreiten, dass die Sprache ein wichtiger Schlüssel ist. Wer in einem Land Fuß fassen und am alltäglichen Leben teilnehmen möchte, muss die Landesprache beherrschen. Doch auch wenn die Vorsätze noch so gut sind, bleibt es nicht selten dabei.

“Ich hatte noch keine Zeit, die Sprache zu lernen.”, “Die Sprache ist so schwer, dass ich damit einfach nicht zurechtkomme.” oder “Ach, irgendwie wird es auch ohne Deutschkenntnisse schon gehen.” sind klassische Ausreden. Dabei ist oft gar nicht die Sprache als solches das eigentliche Hindernis. Vielmehr sind es typische Fallen, in die Deutschlernende immer wieder tappen.

 

Um dies zu vermeiden, nennt der folgende Beitrag
die fünf größten Strategiefehler beim Deutsch lernen:

 

Strategiefehler Nr. 1: Kein klares Ziel haben.

Sich vorzunehmen, Deutsch zu lernen, ist zwar schön und gut. Damit die Motivation, dieses Vorhaben auch tatsächlich umzusetzen, dauerhaft erhalten bleibt, braucht der Lernende aber ein konkretes Ziel. Bevor sich der Lernende ans Lernen macht, sollte er deshalb zunächst einmal für sich selbst beantworten, warum er eigentlich Deutsch lernen möchte. Möchte er seinen Alltag alleine bestreiten und seine Angelegenheiten selbst erledigen können?

Will er Kontakte knüpfen und Freundschaften schließen? Hofft er auf bessere Jobchancen? Wenn der Lernende für sich geklärt hat, was er durch das Deutschlernen erreichen möchte, kann er sich jeden Tag, nach jedem noch so kleinen Fortschritt vor Augen führen, wie er seinem Ziel wieder ein kleines Stückchen nähergekommen ist.

Weiß der Lernende hingegen nicht, wofür er den ganzen Aufwand eigentlich betreibt, ist die Gefahr groß, dass die Motivation fürs Lernen irgendwann verloren geht.

 

Strategiefehler Nr. 2: Zu viel Tatendrang am Anfang.

Am Anfang ist der Wille, Deutsch zu lernen, stark und die Motivation groß. Voller Tatendrang macht sich der Lernende also ans Werk und hat großen Spaß, wenn er schon nach kurzer Zeit die ersten Sätze formulieren kann. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem die Lernlust spürbar nachlässt und die Fortschritte nicht mehr so offensichtlich sind.

Sich zum Lernen aufzuraffen, wird dann immer schwieriger. Wichtig ist deshalb, den Anfangsschwung in die richtigen Bahnen zu lenken. Dies gelingt, indem der Lernende das Deutschlernen zu einer festen, alltäglichen Gewohnheit macht. Es ist wesentlich effektiver, jeden Tag zehn Minuten lang zu lernen, als am Anfang jeden Tag drei Stunden zu pauken und die Bücher nach vier Wochen gelangweilt in die Ecke zu schmeißen.

 

Strategiefehler Nr. 3: Auswendig lernen.

Selbstverständlich gehört es beim Deutschlernen dazu, Vokabeln, Grammatikregeln und Rechtschreibregeln auswendig zu lernen. Und natürlich ist es in bestimmten Situationen hilfreich, fertige Sätze und Redewendungen abrufen zu können. Aber das Auswendiglernen ist nur ein kleiner Teilaspekt beim Deutschlernen.

Denn der Lernende wird mit Sicherheit in Situationen kommen, in denen Wörter verwendet und Themen angesprochen werden, die in seinen Lernbüchern so nicht auftauchten. Wichtig ist deshalb, dass sich der Lernende nicht nur aufs Pauken versteift, sondern versucht, ein Gefühl für die Sprache zu entwickeln.

Wenn ihm ein Wort partout nicht einfällt, ist das nicht weiter schlimm. Statt krampfhaft nach der Vokabel zu suchen, sollte der Lernende einfach in seinen eigenen Wörtern umschreiben, was er meint. Auf diese Weise trainiert er seinen Wortschatz wesentlich effektiver als durch stures Auswendiglernen. Denn der größte Wortschatz bringt nichts, wenn ihn der Lernende nicht nutzen kann.

 

Strategiefehler Nr. 4: Mit Freude lernen.

Deutsch zu lernen, erfordert natürlich ein gewisses Maß an Disziplin. Immerhin gilt es, sich jedes Mal aufs Neue aufzuraffen, die Bücher hervorzukramen und zu üben. Wirklich erfolgreich wird der Lernende aber nur dann sein, wenn er das Deutschlernen nicht nur als mühsame und notwendige Arbeit versteht, sondern Spaß daran hat und seine Fortschritte genießen kann. Deshalb sollte er versuchen, das Lernen so oft wie möglich mit Aktivitäten zu verbinden, die ihm Freude bereiten.

Singt er ein deutsches Lied laut mit, schaut er sich einen Film im Fernsehen oder im Kino an oder besucht er ein Café, ist das genauso eine Lerneinheit und ein Sprachtraining. Und wenn das Lernen mit Dingen verbunden wird, die Spaß machen, fällt das Lernen nicht nur leichter, sondern das Gelernte prägt sich auch viel besser ein. Natürlich darf das konzentrierte Lernen nicht zu kurz kommen. Aber wichtig ist, sich für die erzielten Erfolge auch einmal zu belohnen und das Notwendige mit dem Angenehmen geschickt zu mischen.

 

Strategiefehler Nr. 5: Angst davor haben, Fehler zu machen.

Zu den größten Hindernissen beim Deutschlernen gehört eine falsche Scham. So mancher Lernende traut sich nicht, sein bisher Erlerntes anzuwenden, weil er Angst davor hat, ein Wort falsch auszusprechen oder einen grammatikalischen Fehler zu machen. Also beschließt er, sich nur dann zu äußern, wenn er sich sicher ist.

Damit beginnt jedoch ein Teufelskreis. Denn ohne Praxis kann sich der Lernende nicht verbessern und ohne Verbesserung wird er sich nicht zunehmend sicher fühlen. Wichtig ist deshalb, dass sich der Lernende einen Ruck gibt. Er kann nur dann lernen, Deutsch zu sprechen, wenn er die Sprache spricht. Fehler sind ganz normal und gehören dazu. Auch bei einem Muttersprachler schleichen sich manchmal Fehler ein.

Und selbst jemand, der mit einer Sprache aufgewachsen ist, beherrscht die Sprache nicht perfekt. Stattdessen lernt auch er kontinuierlich dazu, denn jede Sprache entwickelt sich weiter. Der Lernende sollte also nicht nach Perfektion streben, sondern sich trauen, so Deutsch zu sprechen, wie er es zum jetzigen Zeitpunkt eben kann. Die Fortschritte kommen dann mit der Zeit ganz von alleine.

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