7 Tipps für aussagekräftige Sätze

7 Tipps für aussagekräftige Sätze 

Es kommt immer wieder vor, dass der Sprechende zwar genau weiß, was er sagen möchte. Doch es will einfach nicht gelingen, die Gedanken in die richtigen Worte zu packen. Hier sind 7 Tipps für aussagekräftige Sätze!

Der Sprechende hat eine Idee oder möchte eine bestimmte Aussage machen. Aber es fällt ihm schwer, seinen Satz aussagekräftig und anschaulich zu formulieren. – Dieses Problem kennen nicht nur Deutschlernende, sondern auch Muttersprachler. Im Ergebnis entstehen dann häufig Satzkonstruktionen, die viel zu kompliziert und sperrig sind.

Im Umkehrschluss heißt das, dass sich Aussagen umso präziser und verständlicher formulieren lassen, je einfacher sie ausgedrückt werden. Doch wie kann das gelingen?

Die folgende Übersicht verrät sieben Tipps,
die dabei helfen, aussagekräftige Sätze zu formulieren:

 

Tipp 1: Besser kürzere Hauptsätze formulieren.

Verglichen mit langen, komplizierten Satzkonstruktionen, bieten kürzere Sätze zwei große Vorteile. So ist zum einen die Gefahr, Fehler zu machen, bei kurzen Sätzen geringer. Zum anderen sind kurze Sätze verständlicher. Je mehr Nebensätze der Sprecher ineinander verschachtelt, desto schwieriger wird es für seinen Gesprächspartner, seinen Gedankengängen zu folgen.

Autoren greifen deshalb auf die goldene Regel „ein Satz, ein Gedanke“ zurück. Diese Regel kann auch beim Sprechen angewendet werden. Statt also lange und komplizierte Satzmonster zu formulieren, tut der Sprechende sich selbst und seinem Gesprächspartner einen Gefallen, wenn er seine Aussage in kurze Hauptsätze aufteilt. Im Gespräch ist es schließlich nicht möglich, das Gesagte mehrfach nachzulesen, um es zu verstehen. Und ständige Nachfragen können für beide Seiten ziemlich unangenehm sein. 

·         So nicht: Peter, der heute nicht in die Schule gegangen war, weil er krank war, rief seinen Klassenkameraden an und fragte ihn nach den Hausaufgaben, damit er sich auf die anstehende Klassenarbeit vorbereiten konnte.

·         Besser so: Peter war heute nicht in die Schule gegangen, weil er krank war. Deshalb rief er seinen Klassenkameraden an. Peter fragte ihn nach den Hausaufgaben. So konnte sich Peter auf die anstehende Klassenarbeit vorbereiten.

 

Tipp 2: Aussagekräftige Verben verwenden.

Aussagekräftige Verben sind ein ideales Mittel, um einen Satz lebendig klingen zu lassen. Gleichzeitig sorgen solche Verben dafür, dass die Aussagekraft verstärkt wird. Mit aussagekräftigen Verben sind Verben gemeint, die die Handlung genauer beschreiben. So lässt sich beispielsweise das Verb sagen durch erzählen, berichten, gestehen, flüstern oder schreien ersetzen. 

·         So nicht: Lisa ging leise und vorsichtig aus dem Haus.

·         Besser so: Lisa schlich sich aus dem Haus.

 

Tipp 3: Nomen durch Verben ersetzen.

Nomen wirken mitunter sperrig und lassen die Sprache recht kompliziert und künstlich erscheinen. Dies gilt vor allem dann, wenn es sich bei den Nomen um Verben handelt, die zu Substantiven gemacht wurden. Statt sich solche Konstruktionen auszudenken, sollte es der Sprechende einfach gleich bei den Verben belassen. Und generell sollte er versuchen, möglich viel mit Verben zu arbeiten. Denn Verben machen die Sprache lebendig und abwechslungsreich.  

·         So nicht: Voller Verzweifelung beklagte sich Tina über das mangelnde Verständnis ihres Freundes.

·         Besser so: Tina war verzweifelt und beklagte sich darüber, dass ihr Freund sie nicht verstand.

 

Tipp 4: Überflüssige Adjektive weglassen.

Früher lernten Schüler, dass ein guter Aufsatz möglichst viele verschiedene Adjektive enthält. Diese Ansicht ist längst überholt. Heute gilt, dass ein Text durch zu viele Adjektive langweilig und überladen wirken kann. Hinzu kommt, dass Adjektive oft überflüssig sind.

Dass ein Zebra gesteift, eine Katastrophe furchtbar, eine Explosion laut oder Eis kalt ist, drückt bereits das Nomen aus. Es ist nicht notwendig, diese Eigenschaft noch einmal extra zu betonen. Wenn Adjektive verwendet werden, dann sollten sie eine Zusatzinformation bereithalten, die sich durch den Wortsinn noch nicht erschließt. Ein müdes Kind, blonde Haare oder das rote Auto sind Beispiele für Formulierungen, bei denen die Adjektive wichtige Zusatzinformationen liefern.

Was für Adjektive gilt, gilt auch für Füllwörter. Füllwörter sind Wörter, die den Satz nur unnötig in die Länge ziehen, für die Bedeutung oder die Aussage aber keine Bedeutung haben. Füllwörter werden auch Blähwörter genannt. Dies liegt daran, dass diese Wörter einen Satz aufblähen. Werden Sie weggestrichen, wird der Satz zwar kürzer, an seinem Sinn ändert sich jedoch nichts. 

·         So nicht: Als Tim aus dem Fenster schaute, entdeckte er den bunten Regenbogen. Er konnte sich einfach nicht erklären, wo dieser auf einmal hergekommen war.

·         Besser so: Als Tim aus dem Fenster schaute, entdeckte er den Regenbogen. Er konnte sich nicht erklären, wo dieser hergekommen war.

(Das Adjektiv bunt ist überflüssig, denn ein Regenbogen hat immer mehrere Farben. Einfach und auf einmal sind Füllwörter, die nicht notwendig sind.)

 

Tipp 5: Bei einer Zeitform bleiben.

Bei vielen Textformen und Aufsatzarten gelten feste Regeln für die Zeitformen. Die Frage, in welcher Zeit der Text am besten verfasst werden sollte, stellt sich dadurch nicht. Wichtig ist dann aber, die Zeitformen nicht zu verwechseln und nicht zwischen verschiedenen Zeitformen hin- und herzuspringen. Dies wiederum sollte der Sprechende auch im Gespräch nicht tun. Denn für seinen Gesprächspartner ist es sehr verwirrend, wenn der Sprechende die Zeiten mischt. 

·         So nicht: Heute ist Daniels Geburtstag. Er konnte es kaum abwarten, seine Geschenke zu öffnen. Ob er wohl den neuen Computer bekommen würde?

·         Besser so: Heute ist Daniels Geburtstag. Er kann es kaum abwarten, seine Geschenke zu öffnen. Ob er wohl den neuen Computer bekommt?

 

Tipp 6: Verschiedene Satzanfänge wählen.

Die Sprache wirkt holprig und eintönig, wenn alle Sätze immer gleich klingen. Deshalb sollte sich der Sprechende eine kleine Liste mit unterschiedlichen Satzanfängen zurechtlegen. Fünf bis zehn Begriffe, die einen Satz einleiten können, reichen dabei aus. Auf diese Weise kann der Sprechende schon viel Abwechslung in seine Aussagen bringen. Noch abwechslungsreicher kann er die Sprache gestalten, wenn er übt, die Satzstellungen zu verändern.  

·         So nicht: Im Supermarkt ging Maria zuerst zum Obst- und Gemüsestand. Dann kaufte sie Käse. Dann holte sie Eier, Butter und Brot. Dann ging Maria zur Kasse. 

·         Besser so: Im Supermarkt ging Maria zuerst zum Obst- und Gemüsestand. Anschließend kaufte sie Käse. Nachdem sie auch Eier, Butter und Brot geholt hatte, ging Maria zur Kasse.

 

Tipp 7: Auf das Passiv verzichten.

Formulierungen im Passiv klingen oft unpersönlich. Außerdem können sie eine Aussage sperrig und kompliziert klingen lassen. Besser ist deshalb, die Aussagen im Aktiv zu formulieren. Dadurch werden die Aussagen präziser und die Sprache klingt gleichzeitig lebendiger. Nebenbei sinkt die Fehlergefahr, denn im Aktiv zu formulieren, ist einfacher.  

·         So nicht: Der Schüler wurde vom Lehrer aus dem Klassenzimmer geschickt.

Besser so: Der Lehrer schickte den Schüler aus dem Klassenzimmer.

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Thema: 7 Tipps für aussagekräftige Sätze

Veröffentlicht von

Marlies Giesa

Geboren 1968, habe ich teilweise über die Jahre im In- und Ausland das Fach Deutsch unterrichtet. Ich liebe die deutsche Sprache und möchte das Wissen gerne an Schüler, Ausländer, Studenten und Interessierten weitergeben. Ich hoffe meine Übungen und Anleitungen werden ihnen helfen oder sie unterstützen.

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