2 Ideen fürs Deutschüben: Wörterfächer und Vokabelbox

2 Ideen fürs Deutschüben: Wörterfächer und Vokabelbox 

Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie eine Sprache so geübt werden kann, dass das Üben richtig Spaß macht.

Und zwei solcher Möglichkeiten stellt dieser Beitrag vor!

Wer Deutsch lernt, muss Vokabeln pauken, Grammatikregeln büffeln, die Rechtschreibung üben und die Aussprache trainieren. Je intensiver sich der Lernende mit der deutschen Sprache beschäftigt und vor allem je öfter er die Sprache anwendet, also Deutsch spricht, desto schneller wird er Lernfortschritte machen.

Doch es wird seine Zeit dauern, bis er die Sprache gut beherrscht. Und manchmal kann das Üben auch ganz schön trocken und langweilig sein. Um die Motivation nicht zu verlieren, ist es deshalb immer hilfreich, wenn Übungsmethoden vorhanden sind, die Abwechslung in die Sache bringen.

Hier sind zwei solcher Ideen als Anregung!

 

1. Idee fürs Deutschüben: der Wörterfächer

Egal ob in der geschriebenen oder der gesprochenen Sprache: Die Satzanfänge bereiten vielen Lernenden Schwierigkeiten. Mitunter geht das sogar Muttersprachlern so. Sie wissen zwar, was sie sagen oder erzählen möchten. Doch wenn es darum geht, wie sie die Sätze beginnen sollen, fällt ihnen einfach nichts ein. Die Folge davon ist, dass die Sätze immer gleich anfangen, bevorzugt mit dem Wort dann. Abhilfe kann hier ein Wörterfächer schaffen. Für den Wörterfächer werden

  • ·         Bastelkarton,
  • ·         eine Musterbeutelklammer,
  • ·         ein Locher,
  • ·         eine Schere und
  • ·         ein Stift

benötigt. Aus dem Bastelkarton werden zehn bis 15 gleichgroße Schilder ausgeschnitten. Diese Schilder werden auf einer Seite gelocht und mit der Musterbeutelklammer verbunden. Dann wird auf jedes Schild ein Wort geschrieben, das für einen Satzanfang verwendet werden kann. Hier ein paar Beispiele:

Nachdem – Während – Obwohl – Anschließend – Danach – Deshalb – Trotzdem – Zu guter Letzt – Irgendwann – Später – Schließlich – Daraufhin – Bevor – Andererseits

Wenn es nun gilt, mehrere Sätze zu formulieren, kann der Wörterfächer durchgeblättert werden. Der Lernende hat so viele verschiedene Wörter zur Auswahl und kann den Satzanfang auswählen, der am besten passt. Durch das handliche Format kann der Wörterfächer problemlos in der Tasche verstaut oder auf dem Schreibtisch platziert werden. Und auch wenn der Wörterfächer anfangs ein prima Hilfsmittel ist, wird der Lernende ihn irgendwann gar nicht mehr brauchen.

Übrigens: Der Wörterfächer eignet sich natürlich nicht nur für Satzanfänge. Genauso kann er auch für jede andere Wortart gebastelt werden. Andersherum ist es möglich, den Wörterfächer präziser auszugestalten. In diesem Fall kann Bastelkarton in verschiedenen Farben verwendet werden, wobei jede Farbe für eine Satzart genutzt und mit entsprechenden Wörtern beschriftet wird (z.B. Gelb für Temporalsätze, Blau für Konditionalsätze, Grün für Kausalsätze usw.). 

 

2. Idee fürs Deutschüben: die Vokabelbox

Oft wird im Deutschunterricht die Aufgabe gestellt, einen Aufsatz zu schreiben oder etwas zu erzählen. Doch es ist gar nicht so einfach, sich aus dem Stehgreif eine Geschichte auszudenken. Wenn die zündende Idee fehlt, kann vielleicht die Vokabelbox die richtige Inspiration liefern. Für die Vokabelbox werden folgende Materialien benötigt:

  • ·         eine kleine Schachtel oder Dose
  • ·         Bastelkarton in mehreren Farben
  • ·         Schere
  • ·         Stift 

Zuerst werden aus dem Bastelkarton Schilder im gleichen Format ausgeschnitten. Dabei wird jeder Kartonfarbe eine Kategorie zugeordnet. Anschließend werden die Schilder mit passenden Wörtern beschriftet.

Hier eine Möglichkeit für die Einteilung mit Kategorien und einigen Beispielwörtern:

Bastelkarton Kategorie Beispielwörter
gelb Textgattung Kurzgeschichte, Gedicht, Bericht, Meldung, Erörterung
rot Hauptfigur Mann, Frau, Kind, Peter, Lisa, Hund, Bär, Arzt, Verkäufer, Nachbar
blau Substantive Haus, Auto, Blumen, Geld, Wetter, Ferien, Küche, Buch, Geburtstag, Telefon
grün Verben fahren, sprechen, schlafen, singen, laufen, essen, fürchten, schreiben, anrufen, treffen
weiß Adjektive groß, klein, alt, jung, schön, kaputt, neu, hell, langsam, vorsichtig
orange Orte Supermarkt, Schule, Kirche, Park, Wald, Stadt, Dorf, Fluss, Land
grau Zeitangaben heute, Tag, Wochenende, Jahr, Sommerferien

 

Die Schilder werden in die Box gegeben und gut durchgemischt. Ähnlich wie an der Losbude kann der Lernende nun Schilder herausnehmen. Zu den Wörtern, die er daraufhin vor sich hat, kann er sich eine Geschichte ausdenken. Wie viele Schilder der Lernende aus der Box nimmt, bleibt natürlich seiner Wahl überlassen. Je mehr Wörter es sind, desto schwieriger kann es aber werden, eine Geschichte zu erfinden. Denn es kann durchaus passieren, dass die Wörter nicht unbedingt zusammenpassen.

Übrigens: Die Vokabelbox eignet sich nicht nur als Hilfsmittel für Texte. Sie kann auch genutzt werden, um einzelne Vokabeln zu üben. Dafür können die Schilder mit Wörtern aus der aktuellen Lerneinheit oder mit Vokabeln beschriftet werden, die sich der Lernende nur schlecht merken kann. Zum Üben zieht er dann ein Schild aus der Box und versucht, einen sinnvollen und grammatikalisch richtigen Satz mit dem gezogenen Wort zu bilden.

Eine andere Möglichkeit für die Vokabelbox ist, sie für Grammatikübungen zu nutzen. Dafür werden beispielsweise Schilder aus Bastelkarton in drei Farben ausgeschnitten: Eine Farbe wird für Verben verwendet, eine Farbe für Zeiten und eine Farbe für die Person. Der Lernende zieht anschließend je ein Schild pro Farbe und bildet dann die Zeitform des Verbs in der jeweiligen Person.

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