Vorteile und Tipps fürs Sprachenlernen per Tandem, 2. Teil

Vorteile und Tipps fürs Sprachenlernen per Tandem, 2. Teil

Das Sprachenlernen per Tandem verknüpft praktische und angenehme Aspekte miteinander. Denn die Methode ermöglicht, nicht nur eine neue Sprache zu erlernen, sondern gleichzeitig auch die andere Kultur zu erleben und Kontakte zu knüpfen. Das Lernen ist unterhaltsam und macht Spaß. Außerdem kostet das Sprachenlernen per Tandem nichts.

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Vorteile und Tipps fürs Sprachenlernen per Tandem, 2. Teil

In einem zweiteiligen Beitrag stellen wir die Sprachlernmethode näher vor. Dabei haben wir im 1. Teil erklärt, was genau Tandem bedeutet und welche Vorteile diese Form des Lernens bietet.

Außerdem haben wir das Sprachenlernen per Tandem mit einem klassischen Sprachkurs verglichen.

In diesem 2. Teil geben wir Tipps für den Einstieg und die praktische Umsetzung:

Den richtigen Tandem-Partner finden

Zunächst einmal braucht es natürlich einen passenden Partner fürs Tandem. Dazu kann der Lernende ein Profil über sich erstellen, in dem er sich kurz beschreibt, seine Muttersprache angibt und die Sprache nennt, die er gerne lernen möchte.

Anschließend kann er einen Aushang am Schwarzen Brett von Unis, Bibliotheken, Sprachschulen oder auch Supermärkten machen. Eine andere Möglichkeit ist, das Gesuch in den sozialen Medien oder passenden Foren zu veröffentlichen.

Außerdem kann der Lernende eine Tandem-App nutzen oder sich bei einem speziellen Tandem-Programm anmelden.

Beim Sprachenlernen per Tandem sollten bereits Grundkenntnisse der Fremdsprache vorhanden sein. Denn die Idee ist nicht, dass ein Tandem-Partner dem anderen die Sprache von Grund auf beibringt. Stattdessen sollen beide Partner miteinander und die jeweils andere Sprache voneinander lernen.

Wichtig ist deshalb, dass das sprachliche Niveau ungefähr gleich ist. Sonst besteht die Gefahr, dass die Gespräche überwiegend in der Sprache stattfinden, die beide besser beherrschen. Doch damit hätte ein Partner nichts vom Tandem.

Die Rahmenbedingungen gemeinsam vereinbaren

Gleich zu Beginn sollten sich die Tandem-Partner auf gemeinsame Regeln verständigen. So ist sichergestellt, dass beide wissen, was sie vom Tandem erwarten und wie sie sich das Lernen vorstellen.

Zu den Absprachen kann gehören, wie oft und in welcher Form es Treffen geben und wie lang die Lerneinheiten jeweils dauern sollen.

Außerdem können die Tandem-Partner ausmachen, ob sie bei den Treffen immer abwechselnd in den jeweiligen Sprachen sprechen oder die Sprachen im Verlauf eines Treffens wechseln. Sinnvoll kann auch sein, wenn die Tandem-Partner kommunizieren, warum sie die Fremdsprache lernen oder über welche Themen sie bevorzugt sprechen wollen.

Klare Absprachen sind deshalb wichtig, weil sich so vermeiden lässt, dass es zu Enttäuschungen kommt oder ein Tandem-Partner an seinen Zielen vorbeilernt.

Sich gegenseitig verbessern

Der Lernende sollte seinem Tandem-Partner mitteilen, dass dieser ihn jederzeit verbessern kann und soll. Schließlich geht es im Tandem ja gerade darum, die Sprache im Gebrauch zu üben und Tipps von einem Muttersprachler zu bekommen.

Andersherum sollte der Lernende seinen Partner natürlich genauso auf Fehler in der Grammatik oder der Aussprache hinweisen und diese korrigieren.

Ratsam ist aber, den Partner zunächst aussprechen zu lassen und ihn nicht wegen jeder Kleinigkeit zu unterbrechen. Außerdem sollte Kritik immer konstruktiv sein. Der Spaß geht verloren, wenn ein Partner genervt anmerkt, dass sein Gegenüber schon wieder den gleichen Fehler gemacht hat.

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Über viele verschiedene Themen sprechen

Verstehen sich zwei Personen auf Anhieb gut oder kennen sich schon besser, finden sie immer Themen, über die sie sprechen können. Ist der Kontakt aber noch frisch, können die Gespräche schnell ins Stocken geraten.

Das gilt vor allem dann, wenn auch noch eine gewisse Unsicherheit im Gebrauch der Sprache des Tandem-Partners dazukommt.

Damit die Pausen nicht unangenehm lang werden, ist es hilfreich, eine Liste mit möglichen Themen zur Hand zu haben.

So können sich die Tandem-Partner zum Beispiel über folgende Dinge unterhalten:

  • Lebensläufe

  • Hobbys

  • Lieblingsbücher und -filme

  • Kultur, Gebräuche und landestypische Feste

  • Städte und Sehenswürdigkeiten im eigenen Land

  • Sprüche und Redewendungen, die in der Muttersprache oft verwendet werden

Je abwechslungsreicher die Themen sind, desto vielseitiger wird auch der Sprachgebrauch. Denn durch die verschiedenen Bereiche werden Vokabeln und Formulierungen eingesetzt, die im Zusammenhang mit anderen Themen nicht auftauchen würden.

Gemeinsam etwas unternehmen

Sofern es die Entfernung erlaubt, sollten neben Lerneinheiten per Chat oder Telefon auch gemeinsame Unternehmungen auf dem Lernplan stehen. Durch verschiedene Aktivitäten ergeben sich automatisch weitere Themenfelder, die in den Sprachgebrauch einfließen können.

Außerdem wird das Lernen dadurch abwechslungsreicher und unterhaltsamer. Die beiden Tandem-Partner wiederum lernen sich immer besser kennen und aus dem anfänglichen Kontakt kann sich im Laufe der Zeit eine echte Freundschaft entwickeln.

Zu den Unternehmungen kann zum Beispiel gehören, gemeinsam Kaffeetrinken zu gehen, Stadtfeste zu besuchen oder sich Museen und Ausstellungen anzuschauen. Die Tandem-Partner können sich zum Sport verabreden oder Gesellschaftsspiele spielen.

Auch ein Abend, bei dem sie zuerst landestypisch kochen und sich dann einen Film in der Originalsprache ansehen, kann eine schöne Idee sein.

Sich gegenseitig Aufgaben stellen

Ein guter Ansatz ist, wenn sich die Tandem-Partner bei jedem Treffen eine Hausaufgabe aufgeben, die bis zum nächsten Mal erledigt sein soll. So eine Aufgabe kann zum Beispiel darin bestehen, einen Artikel oder eine Geschichte zu lesen, einen kurzen Text über ein bestimmtes Thema zu formulieren oder mehrere Vokabeln zu einem Oberbegriff zu finden.

Auf diese Weise ist das Gesprächsthema für das nächste Treffen vorhanden. Außerdem übt der Lernende nach dem Treffen aktiv weiter.

Geduld und Respekt haben

Im Tandem lernen beide Partner eine neue Sprache. Dass dabei Fehler passieren oder sich Unsicherheiten bemerkbar machen, ist völlig normal und gehört dazu. Trotzdem ist wichtig, immer freundlich, geduldig und respektvoll zu bleiben.

Der Lernende sollte sich nicht über die Fehler seines Tandem-Partners lustig machen oder sie ihm genervt unter die Nase reiben. Auf dieser Basis macht die Lern-Partnerschaft keinen Spaß und wird vermutlich auch nicht lange gutgehen.

Außerdem ist Geduld gefragt. Es kann gut sein, dass der Tandem-Partner langsam spricht oder länger braucht, bis er die richtige Formulierung gefunden hat.

Dennoch sollte der andere Partner dann den Satz nicht beenden oder die Wörter vorwegnehmen, sondern dem Lernenden die Chance geben, selbst die Lösung zu finden.

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Marlies Giesa, Geboren 1968 , über viele Jahre im In- und Ausland Deutsch unterrichtet. Ich liebe die deutsche Sprache und möchte das Wissen gerne an Schüler, Ausländer, Studenten und Interessierten weitergeben. Ich hoffe meine Übungen und Anleitungen werden ihnen helfen oder sie unterstützen. Canel Gülcan, Studentin Lehramt Deutsch & Germanistik, Christian Gülcan als Betreiber der Webseite, verfasst auch diverse Artikel, da er als Online-Redakteur täglich mit der Erstellung von hilfreichen Content arbeitet für verschiedene Zielgruppen und lange Zeit auch aktiv in der Flüchtlingshilfe, sich um die Vermittlung von Deutschkursen kümmerte.

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