4 Fragen zum richtigen Verhalten bei einer Beerdigung

4 Fragen zum richtigen Verhalten bei einer Beerdigung

In jedem Land gibt es eigene Sitten und Gebräuche. Einige davon gehen auf die Kultur zurück, andere sind religiös beeinflusst und wieder andere hängen mit regionalen Traditionen zusammen. Mitunter ist es deshalb gar nicht so einfach, den Überblick zu bewahren. Wer an einem Ereignis teilnimmt, möchte natürlich in keine Fettnäpfchen treten.

4 Fragen zum richtigen Verhalten bei einer Beerdigung

Bei fröhlichen Feiern und freudigen Anlässen ist gutes Benehmen zwar auch wichtig, doch ein kleiner Ausrutscher wird durchaus verziehen. Bei einem Trauerfall ist das anders. Hier zählt Fingerspitzengefühl. Und jemand, der um einen Angehörigen trauert, wird einen Auftritt, den er als taktlos empfindet, lange übelnehmen.

Nur: Welche Benimm-Regeln gelten bei einer Trauerfeier?

Wir beantworten vier Fragen zum richtigen Verhalten bei einer Beerdigung:

  1. Wer darf zur Beerdigung kommen?

Ist jemand verstorben, wird meist eine Traueranzeige in der Zeitung veröffentlicht. In dieser Anzeige steht, wann und wo die Beisetzung stattfindet. Dadurch informiert eine Todesanzeige einerseits über den Trauerfall und dient andererseits als eine Art Einladung. Wer die Anzeige liest und auf diese Weise den Termin der Beerdigung erfährt, kann daran teilnehmen.

Manchmal informiert derjenige, der die Trauerfeier ausrichtet, auch persönlich. In diesem Fall ist das Erscheinen natürlich ebenfalls erwünscht.

Soll die Trauerfeier hingegen nur im engsten Familienkreis stattfinden, wird in der Todesanzeige nicht angegeben, wann der Verstorbene beigesetzt wird. Oder die Hinterbliebenen veröffentlichen die Todesanzeige erst, nachdem die Beisetzung schon stattgefunden hat.

Wie die Beerdigung abläuft, ist verschieden. Manchmal findet nur die Beisetzung auf dem Friedhof statt. In anderen Fällen trifft sich die Trauergemeinde nach der Beerdigung zu Kaffee und Kuchen.

Teilweise gibt es auch den sogenannten Leichenschmaus. Dabei sitzt die Trauergemeinde dann im Gedenken an den Verstorbenen bei Essen und Trinken zusammen.

Zu einem Leichenschmaus oder Kaffee und Kuchen laden die Hinterbliebenen meist persönlich ein. Eine andere Möglichkeit ist, dass gegen Ende der Beisetzung gesagt wird, wohin die Trauergemeinde kommen soll. Gibt es keinerlei Ansagen, geht die Trauergemeinde nach der Bestattung auseinander.

  1. Welche Kleidung ist bei einer Beerdigung angemessen?

In Deutschland ist es üblich, bei einer Trauerfeier dunkle Kleidung zu tragen. Das gilt sowohl für Männer als auch für Frauen. Außerdem besagt eine Faustregel, dass die Kleidung umso dunkler sein sollte, je enger der Verwandtschaftsgrad ist.

Der Partner des Verstorbenen, die Eltern, die Kinder und die Geschwister tragen grundsätzlich schwarz. Andere Verwandte, Freunde und Bekannte können auch zu Kleidung in Dunkelgrau, Dunkelblau oder anderen dunklen und gedeckten Farbtönen greifen.

Männer sollten schwarze Socken und schwarze Schuhe tragen. Die Krawatte muss nicht unbedingt schwarz sein, sondern kann auch passend zum dunklen Anzug gewählt werden. Bunte und auffällig gemusterte Krawatten sind aber tabu. Das Hemd sollte weiß sein.

Frauen können das dunkle Outfit durch eine weiße Bluse oder ein dezentes, eher dunkles Halstuch auflockern. Auffälliger Schmuck ist bei einer Beerdigung nicht angemessen.

Außerdem müssen die Arme und die Beine bedeckt sein. Auf eine Kopfbedeckung sollte verzichtet werden.

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Aber:

Nicht jeder möchte eine formelle Trauerfeier. Wenn in der Todesanzeige steht, dass keine Trauerkleidung erwünscht ist, sollten die Gäste dieser Bitte nachkommen.

  1. Wie wird das Beileid bekundet?

Wer dem Verstorbenen nahe stand, sollte den Hinterbliebenen sein Beileid persönlich bekunden. Das kann entweder bei einem Besuch vor oder nach der Beerdigung oder unmittelbar nach der Beisetzung erfolgen. Dazu stellen sich die Hinterbliebenen neben das Grab.

In so einer Situation fällt es vielen schwer, die richtigen Worte zu finden. Doch das macht nichts. Denn es gar nicht unbedingt notwendig, viel zu sagen. Ein Händedruck oder eine Umarmung reichen oft völlig aus.

Manchmal bitten die Hinterbliebenen darum, von Beileidsbekundungen am Grab abzusehen. Diese Bitte muss respektiert werden.

Oft liegt bei einer Beerdigung ein Kondolenzbuch auf. Darin können sich die Gäste eintragen. Ob sie nur ihren Namen hineinschreiben oder um ein paar persönliche Worte ergänzen, bleibt ihnen überlassen.

Wer nicht persönlich kondolieren kann oder möchte, kann eine Trauerkarte schreiben. Sie muss unbedingt von Hand geschrieben werden. Wer keine eigenen Worte findet, kann ein Zitat oder einen passenden Spruch wählen. Eine andere Möglichkeit ist, einfach nur einen Ausdruck wie „Mit stillem Gruß“ und den Namen in die Karte zu schreiben.

  1. Was ist mit Blumen und Geld?

Nahe Angehörige bestellen in aller Regel Kränze und Gestecke, mit denen das Grab geschmückt wird. Manchmal stellen sie auch einzelne Blumen oder kleine Handsträuße bereit, die die Gäste als letzten Gruß ins Grab geben können. Wer möchte, kann natürlich auch selbst Blumen beisteuern.

Mitunter ist aber sinnvoller, einen Gutschein bei einer Gärtnerei zu besorgen und in die Trauerkarte zu legen. Auf diese Weise können die Hinterbliebenen den Gutschein für die spätere Grabgestaltung nutzen.

Manchmal bitten die Hinterbliebenen auch um Geldspenden statt Blumen. In diesem Fall ist ein Spendenkonto eingerichtet und das Geld kommt einem gemeinnützigen Zweck oder einem Projekt, das dem Verstorbenen am Herzen lag, zugute. Ob und wie viel ein Gast spendet, kann er natürlich selbst entscheiden.

In einigen Regionen ist es außerdem Brauch, der Trauerkarte Geld beizulegen. Dieser Brauch rührt von früher und sollte den Hinterbliebenen dabei helfen, die erste Zeit zu überbrücken. Heute können Hinterbliebene zwar oft staatliche Hilfe bekommen, um ihre Existenz zu sichern.

Trotzdem wird es in Fällen finanziell eng, zumal ja auch die Beerdigung bezahlt werden muss und später Kosten für die Grabpflege anfallen. Deshalb spricht nichts dagegen, den Hinterbliebenen etwas unter die Arme zu greifen.

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Marlies Giesa, Geboren 1968 , ich habe teilweise über die Jahre im In- und Ausland, das Fach Deutsch unterrichtet. Ich liebe die deutsche Sprache und möchte das Wissen gerne an Schüler, Ausländer, Studenten und Interessierten weitergeben. Ich hoffe meine Übungen und Anleitungen werden ihnen helfen oder sie unterstützen. Christian Gülcan als Betreiber der Webseite, verfasst auch diverse Artikel, da er als Online-Redakteur täglich mit der Erstellung von hilfreichen Content arbeitet, für verschiedene Zielgruppen.

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