5 Tipps bei Wortlücken

5 Tipps bei Wortlücken

Der Schüler ist gerade dabei, Deutsch zu lernen. Er hat schon ziemlich viele Vokabeln gelernt und auch die wichtigsten Grammatikregeln sind ihm bereits begegnet. Und weil der Schüler weiß, dass das Sprachenlernen am besten funktioniert, wenn er die Sprache aktiv anwendet, versucht er, sich so oft wie möglich mit anderen Leuten zu unterhalten. Doch mitten im Gespräch fällt ihm ein bestimmtes Wort einfach nicht mehr ein.

5 Tipps bei Wortlücken

Vielleicht kannte er das Wort aber auch noch gar nicht. – Diese Situation kommt oft vor. Doch fehlende Vokabeln sollten den Schüler nicht davon abhalten, Gespräche auf Deutsch zu suchen. Zumal er sich mit Tricks behelfen kann.

Hier sind fünf Tipps bei Wortlücken!:

  1. Synonyme oder Erklärungen verwenden.

Für viele Wörter gibt es Ersatz. Zwar ist bei einem Synonym die Bedeutung nicht immer absolut identisch. Aber die Bedeutung ist sehr ähnlich. Und selbst wenn ein Wort eigentlich etwas anderes bedeutet, wird der Gesprächpartner aus dem Zusammenhang heraus schon verstehen, was der Schüler sagen möchte.

Fällt dem Schüler eine Vokabel nicht ein, kann er also versuchen, ein Wort mit einer ähnlichen Bedeutung zu finden.

Klappt das nicht, kann der Schüler das fehlende Wort umschreiben. Erklärt er seinem Gesprächspartner in einfachen Worten, was er meint, kann ihm der Gesprächspartner bestimmt mit dem gesuchten Wort aushelfen.

Übrigens:

Beim Vokabellernen ist es sinnvoll, sich nicht nur auf die reine Übersetzung zu beschränken, sondern sich dazu auch gleich eine umschreibende Erklärung und Synonyme einzuprägen. Im Gespräch kann dem Schüler dieses Zusatzwissen zugute kommen.

  1. Wörter zusammenbauen.

Eine Eigenheit der deutschen Sprache ist, dass sie gerne neue Begriffe bildet, indem sie einfach andere Wörter aneinanderreiht. Der Schüler kann diesem Prinzip folgen und versuchen, sich das gesuchte Wort selbst zusammenzubauen. Dazu muss er sich das Gesuchte bildlich vorstellen und anschließend mit Vokabeln, die er kennt, beschreiben.

Ein Beispiel:

Angenommen, dem Schüler fällt das Wort Kaffeemaschine nicht ein. Wenn er sich nun vor Augen führt, was eine Kaffeemaschine ist und macht, kommt er darauf, dass es sich um eine Maschine handelt, die Kaffee kocht. Setzt er die beiden Begriffe Kaffee und Maschine zusammen, hat er mit der Kaffeemaschine das gesuchte Wort gefunden.

Natürlich klappt das nicht immer. Aber wenn der Schüler wenigstens etwas sagt, gibt er seinem Gesprächspartner die Chance, zu verstehen, worauf der Schüler hinaus will. Um beim Beispiel zu bleiben: Kennt der Schüler das Wort Maschine nicht und sagt stattdessen Apparat oder Gerät, wird der Gesprächspartner auch so wissen, was gemeint ist.

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Bei dieser Gelegenheit können auch Fremdwörter eine gute Hilfe sein. Wie jede andere Sprache hat nämlich auch die deutsche Sprache viele Begriffe übernommen. Sie haben zum Beispiel lateinische oder griechische Wurzeln und sind oft international.

Ein Beispiel dafür ist „Konversation“ als Fremdwort für Gespräch. Auf Englisch, Französisch und Spanisch heißt das Wort genauso, nur wird es anders geschrieben und ausgesprochen. Der Versuch, sich mittels Fremdwörtern verständlich zu machen, kann sich also lohnen.

  1. Hände und Füße einsetzen.

Wenn Umschreibungen, Ersatzwörter mit ähnlichen Bedeutungen und eigene Wortkreationen nicht weiterhelfen, ist Körpereinsatz gefragt.

Schließlich sind die Mimik und die Gestik genauso gute Hilfsmittel bei der Kommunikation wie die gesprochene Sprache. Und der Mund kann nicht nur Wörter, sondern auch Geräusche erzeugen.

Kommt der Schüler nicht auf ein bestimmtes Wort, kann er seinem Gesprächspartner zeigen, was er meint, indem er Grimassen schneidet, Bewegungen und Handgriffe andeutet, Gegenstände berührt, sich an Körperteile fasst oder Geräusche nachahmt. Mit Händen und Füßen zu sprechen, ist seit jeher ein probates Mittel, um Sprachbarrieren zu überwinden.

  1. Zur Not auf die Muttersprache ausweichen.

Als letzter Ausweg kann der Schüler das fehlende Wort in seiner Muttersprache sagen. Allerdings sollte das wirklich nur die Notlösung bleiben, wenn nichts anderes mehr hilft.

Schließlich möchte der Schüler ja Deutsch lernen und sprechen, und nicht dauernd in seine Muttersprache zurückfallen. Deshalb sollte es dann auch bei dem einen Wort in der Muttersprache bleiben. Ansonsten wird das Gespräch in Deutsch fortgesetzt.

  1. Keine Angst haben.

Niemand ist perfekt und selbst Muttersprachler machen Fehler oder suchen manchmal nach dem richtigen Wort. Außerdem geht es in einem Gespräch nicht darum, dass alle Wörter stimmen und die Grammatik perfekt sein muss.

Ein Gespräch ist kein Wettbewerb, bei dem zwei Personen gegeneinander antreten und ihre Kenntnisse messen. Im Mittelpunkt steht vielmehr, miteinander zu sprechen und sich auszutauschen. Die Gesprächspartner bewegen sich aufeinander zu, damit die Verständigung klappt.

Der Schüler sollte immer im Hinterkopf haben, dass er alles richtig macht, wenn er sich auf Deutsch unterhält. Es muss ihm weder peinlich noch unangenehm sein, wenn er mal ein Wort nicht weiß. Das ist völlig normal und gehört dazu. Und je öfter der Schüler übt, desto weniger Wortlücken wird es geben.

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Marlies Giesa, Geboren 1968 , ich habe teilweise über die Jahre im In- und Ausland, das Fach Deutsch unterrichtet. Ich liebe die deutsche Sprache und möchte das Wissen gerne an Schüler, Ausländer, Studenten und Interessierten weitergeben. Ich hoffe meine Übungen und Anleitungen werden ihnen helfen oder sie unterstützen. Christian Gülcan als Betreiber der Webseite, verfasst auch diverse Artikel, da er als Online-Redakteur täglich mit der Erstellung von hilfreichen Content arbeitet, für verschiedene Zielgruppen.

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