Kommasetzung Deutsch

Kommasetzung in Deutsch

 

Die Kommasetzung ist ein Thema, das selbst Muttersprachlern immer wieder Schwierigkeiten bereitet. Dabei ist es eigentlich gar nicht so schwer, Kommas richtig zu setzen. Dies liegt zum einen daran, dass die Kommaregeln im Zuge der Rechtschreibreform deutlich vereinfacht wurden. So sind von über 50 Kommaregeln weniger als zehn übriggeblieben.

Zum anderen muss der Schreiber die Kommaregeln nicht ständig im Hinterkopf haben, sondern kann sich bei der Kommasetzung auf sein Gefühl verlassen. Wie alle anderen Satzzeichen haben nämlich auch Kommas die Aufgabe, einen Text zu gliedern. Wenn sich der Schreiber überlegt, was er ausdrücken möchte, wird er die Kommas an vielen Stellen instinktiv richtig setzen. Hilfreich kann es außerdem sein, wenn der Schreiber seinen Text laut liest.

Die Kommasetzung beruht zwar auf grammatikalischen Regeln, der Sprechrhythmus ergibt sich jedoch oft aus der grammatikalischen Struktur eines Satzes. Für die Praxis bedeutet das, dass an den Stellen, an denen in der gesprochenen Sprache eine kurze Pause gemacht wird, im Text meist ein Komma steht.

 

Kommas bei Aufzählungen

Wenn mehrere Dinge aneinandergereiht werden, werden die einzelnen Elemente der Aufzählung durch Kommas voneinander getrennt. Eine Ausnahme bilden lediglich die beiden letzten Glieder der Aufzählung. Hier wird kein Komma gesetzt, sondern sie werden durch Wörter wie und, sowie oder oder miteinander verbunden.

Beispiel: Substantive, Verben, Adjektive, Pronomen und Konjunktionen sind Wortarten.

 

Kommas bei Satzreihen

Von einer Satzreihe wird gesprochen, wenn zwei oder mehr gleichrangige Sätze zusammen einen Satz bilden. Dabei ist jeder dieser Sätze ein vollwertiger Hauptsatz, der auch für sich alleine stehen und mit einem Punkt enden könnte. Sollen die Sätze keine eigenständigen Sätze sein, sondern zu einem Satz verbunden werden, wird ein Komma gesetzt. Eine Ausnahme gilt dann, wenn die beiden Sätze durch ein und oder ein oder miteinander verbunden werden. In diesem Fall fällt das Komma weg.

Beispiel:

  •                Ein Text besteht aus Wörtern, Satzzeichen gliedern den Text.
  •                Ein Text besteht aus Wörtern. Satzzeichen gliedern den Text.
  •                Ein Text besteht aus Wörtern und Satzzeichen gliedern den Text.

 

Kommas zwischen Haupt- und Nebensätzen

Haupt- und Nebensätze werden immer durch Kommas voneinander getrennt. Ein Hauptsatz ist ein vollwertiger Satz, der für sich alleine stehen kann. Ein Nebensatz bezieht sich auf den Hauptsatz und ergibt keinen Sinn, wenn er alleine stehen würde.

Meist wird ein Nebensatz durch ein Verbindungswort wie beispielsweise denn, während, aber, wenn, weil, dass, obwohl oder falls eingeleitet. Relativsätze wiederum beginnen mit der, die, das und deren Formen oder ersatzweise durch welcher, welche, welches. Außerdem ist ein Nebensatz daran zu erkennen, dass das Verb am Ende steht.

Nebensätze können vor dem Hauptsatz stehen oder sich an ihn anschließen. In diesem Fall werden der Haupt- und der Nebensatz durch ein Komma voneinander getrennt. Möglich ist aber auch, dass der Nebensatz in den Hauptsatz eingeschoben ist. Dann steht sowohl am Anfang als auch am Ende des Nebensatzes ein Komma. Gleiches gilt bei Einschüben, die keine Nebensätze sind, sondern als zusätzliche Information oder Erklärung dienen. Solche Einschübe können auch nur aus einem Wort bestehen und sind immer von Kommas umschlossen.

Beispiel:

  •                Die Kommasetzung fällt vielen schwer, obwohl es nur wenige Regeln gibt.
  •                Obwohl es nur wenige Regeln gibt, fällt die Kommasetzung vielen schwer.
  •                Die Kommasetzung fällt vielen, obwohl es nur wenige Regeln gibt, schwer.

 

Kommas bei Infinitiv- und Partizipialkonstruktionen

Beim Infinitiv handelt es sich um die Grundform eines Verbs, beispielsweise schreiben, lernen, haben oder sein. Bei einer Infinitivkonstruktion wird die Grundform des Verbs zusammen mit dem Wort zu verwendet. Nach den neuen Rechtschreibregeln bleibt es prinzipiell dem Schreiber selbst überlassen, ob er ein Komma setzen möchte oder ob nicht.

Ist die Bedeutung auch ohne Komma eindeutig, verständlich und nachvollziehbar, kann das Komma weggelassen werden. Eine Ausnahme gilt dann, wenn es sich um Infinitivkonstruktionen mit um zu, ohne zu, statt oder anstatt zu, außer zu oder als zu handelt. Hier muss ein Komma gesetzt werden.

Bei Konstruktionen mit dem Partizip verhält es sich ähnlich. Auch hier kann der Schreiber ein Komma setzen, um die Verständlichkeit zu verbessern oder Missverständnisse zu vermeiden.

Beispiel:

  •                Ich versuche(,) die Kommas richtig zu setzen.
  •                Ich übe, um zu wissen, wo Kommas gesetzt werden müssen.
  •                Die Kommasetzung übend(,) vergaß ich völlig die Zeit.

 

Kommas bei der wörtlichen Rede

Wird in einem Satz wörtliche Rede zitiert und folgt nach der Rede nicht-wörtliche Rede, wird die wörtliche Rede immer durch ein Komma von den weiteren Satzteilen getrennt. Dies gilt auch dann, wenn die wörtliche Rede selbst mit einem Ausrufe- oder einem Fragezeichen endet. Müsste am Ende der direkten Rede ein Punkt stehen, wird dieser aber weggelassen.

Beispiel:

„Kannst du die Kommasetzung schon?“, fragte er.

„Ich muss noch ein wenig üben“, antwortete sie.

 

Übung: Kommasetzung in Deutsch

Setze die Kommas!

 

Tim und Max waren froh als er Unterricht zu Ende war. Schnell packten sie ihre Bücher Schulhefte und Stifte zusammen und rannten zu ihren Fahrrädern. “Jetzt aber nichts wie nach Hause!” rief Tim. Doch plötzlich fing es an stark zu regnen. Also hielten die zwei Jungen an und stellten sich im Wartenhäuschen einer Bushaltestelle die auf ihrem Weg lag unter.

Der Regen wurde aber einfach nicht weniger. “Ich fahre weiter” sagte Tim plötzlich denn er hatte Hunger und wollte nicht länger abwarten. So beschlossen die Jungen ihre Fahrt fortzusetzen. Als sie zu Hause ankamen hörte der Regen zwar allmählich auf aber Tim und Max waren völlig durchnässt. “Hoffentlich liegt ihr morgen nicht mit einer Erkältung im Bett” stellte Tims Mutter fest.

 

 

Lösung:

Tim und Max waren froh, als er Unterricht zu Ende war. Schnell packten sie ihre Bücher, Schulhefte und Stifte zusammen und rannten zu ihren Fahrrädern. “Jetzt aber nichts wie nach Hause!”, rief Tim. Doch plötzlich fing es an(,) stark zu regnen. Also hielten die zwei Jungen an und stellten sich im Wartenhäuschen einer Bushaltestelle, die auf ihrem Weg lag, unter.

Der Regen wurde aber einfach nicht weniger. “Ich fahre weiter”, sagte Tim plötzlich, denn er hatte Hunger und wollte nicht länger abwarten. So beschlossen die Jungen(,) ihre Fahrt fortzusetzen. Als sie zu Hause ankamen, hörte der Regen zwar allmählich auf, aber Tim und Max waren völlig durchnässt. “Hoffentlich liegt ihr morgen nicht mit einer Erkältung im Bett”, stellte Tims Mutter fest.

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