Zeiten Grammatik

Deutsch – Zeiten Grammatik

 

Die deutsche Grammatik kennt sechs verschiedene Zeiten. Durch diese Zeiten kann ein Geschehen oder eine Aussage der Gegenwart, der Vergangenheit oder der Zukunft zugeordnet werden. In der Grammatik wird für die Zeiten auch der Fachausdruck Tempora verwendet, eine Zeitform wird Tempus genannt.

Allen Zeiten ist gemeinsam, dass das Jetzt dem Ausgangspunkt bildet. Das bedeutet, der Schreiber oder Redner geht immer vom aktuellen Zeitpunkt aus und nutzt eine Zeit, um die zeitliche Perspektive auszudrücken.

 

Die Gegenwart

Die Gegenwart wird durch das Präsens ausgedrückt. Gebildet wird das Präsens durch das Konjugieren des Verbs: ich arbeite, du sitzt, er schläft, wir singen, sie malen.

Insgesamt ist das Präsens die Zeit, die in der deutschen Sprache am häufigsten verwendet wird. Dies liegt daran, dass das Präsens recht vielseitig zum Einsatz kommt. So wird das Präsens benutzt, um eine Handlung zu beschreiben, die zum jetzigen Zeitpunkt stattfindet. Außerdem wird das Präsens für allgemeine und zeitlose Sachverhalte, die immer gelten, verwendet.

Regeln, Sprichwörter, Anleitungen, Gebrauchsanweisungen, Rezepte oder Grundsätze stehen deshalb beispielsweise im Präsens. Neben aktuellen und zeitlosen Geschehnissen können aber auch Aussagen über die Zukunft und die Vergangenheit durch das Präsens ausgedrückt werden. Bezieht sich eine Aussage auf die Zukunft, erfolgt die zeitliche Zuordnung nicht durch die Zeitform als solches, sondern durch hinweisende Wörter wie morgen, eines Tages, kommende Woche oder im nächsten Jahr.

Teilweise wird das Präsens zudem verwendet, um über Ereignisse in der Vergangenheit zu berichten (Beispiel: 1950 in einem kleinen Dorf geboren, besucht er die örtliche Schule. Nach der Schulzeit zieht es ihn in die Stadt, wo seine große Karriere schon bald beginnt.). Dieses Präsens wird historisches Präsens genannt.

 

Die Zeiten der Vergangenheit

Um die Vergangenheit auszudrücken,
kennt die deutsche Grammatik drei verschiedene Zeiten:

 

Das Präteritum wird auch als einfache Vergangenheit bezeichnet. Um das Präteritum zu bilden, wird bei regelmäßigen Verben die Endung -te angehängt. Unregelmäßige Verben ändern ihren Stammvokal, einige Verben bilden zudem einen Umlaut oder eine i-Form. Beim Vokabellernen ist es deshalb ratsam, die Form im Präteritum gleich mitzulernen. Beispiele: ich arbeitete, du saßt, er schlief, wir sangen, sie malten.

Das Präteritum wird verwendet, um über ein Geschehen zu berichten, das in der Vergangenheit spielt und zum jetzigen Zeitpunkt abgeschlossen ist. Meist besteht auch ein gewisser Abstand zu der Handlung. Geschichten, Märchen, Romane und Berichte stehen häufig im Präteritum.

 

Das Perfekt heißt auch vollendete Gegenwart. Es wird aus einer Form von haben oder sein als Hilfsverb und dem Partizip Perfekt des Hauptverbs gebildet: ich habe gearbeitet, du hast gesessen, er hat geschlafen, wir haben gesungen, sie haben gemalt.

Das Perfekt wird verwendet, wenn ein Geschehen in der Vergangenheit spielt und abgeschlossen ist, aber noch Auswirkungen auf die Gegenwart hat. Der Redner oder Sprecher hat also noch keinen großen Abstand zu der Handlung. Das Perfekt kommt deshalb meist bei mündlichen Erzählungen und Berichten zum Einsatz.

 

Das Plusquamperfekt wird auch vollendete Vergangenheit oder Vorvergangenheit genannt. Es wird durch die Hilfsverben haben oder sein im Präteritum und das Partizip Perfekt des Hauptverbs gebildet: ich hatte gearbeitet, du warst gesessen, er hatte geschlafen, wir hatten gesungen, sie hatten gemalt.

Das Plusquamperfekt wird verwendet, wenn zwei Geschehnisse in der Vergangenheit zeitlich abgestuft werden sollen.

 

In der Umgangssprache tauchen mit dem doppelten Perfekt (ich habe das gewusst gehabt) und dem doppeltem Plusquamperfekt (ich hatte das gewusst gehabt) noch zwei weitere Vergangenheitsformen auf. Aus grammatikalischer Sicht sind diese Zeiten jedoch nicht richtig.

 

Die Zeiten der Zukunft

Für die Zukunft gibt es im Deutschen zwei Zeiten:

 

Das Futur I wird auch als einfache Zukunft bezeichnet. Es wird aus einer Form von werden als Hilfsverb und die Grundform des Hauptverbs gebildet: ich werde arbeiten, durch wirst sitzen, er wird schlafen, wir werden singen, sie werden malen.

Das Futur I wird zum einen verwendet, um auf ein Geschehen in der Zukunft hinzuweisen. Zum anderen kommt das Futur I zum Einsatz, wenn eine Vermutung ausgedrückt werden soll. In diesem Fall wird es häufig mit Wörtern wie wohl, wahrscheinlich, vermutlich oder aller Voraussicht nach kombiniert. Manchmal wird da Futur I außerdem verwendet, um eine Aussage zur Zukunft mit einer ausdrücklichen Aufforderung zu kombinieren: Das wirst du nicht tun! Jetzt wird aber aufgeräumt!

 

Das Futur II wird auch vollendete Zukunft genannt. Es wird aus einer Form von werden, dem Partizip Perfekt des Hauptverbs und haben oder sein gebildet: ich werde gearbeitet haben, du wirst gegessen sein, er wird geschlafen haben, wir werden gesungen haben, sie werden gemalt haben.

Das Futur II wird verwendet, um ein Geschehen zu beschreiben, das in der Zukunft abgeschlossen sein wird. Der Schreiber oder Redner setzt eine Handlung also in die Zukunft und beschreibt von einem Zeitpunkt in der Zukunft aus die Handlung so, als wäre sie inzwischen abgelaufen und abgeschlossen.

 

 

Übung: Zeiten Grammatik

Bilde Sätze in den genannten Zeitformen aus den Wörtern!

 

1. Peter, das Buch, nehmen und lesen

Präsens:

Präteritum:

 

2. Der Maler, die Wohnung, morgen, fertig, streichen

Futur II:

Präsens:

 

3. Lisa, bei ihrer Freundin, lange, sich nicht melden

Plusquamperfekt:

Futur I:

 

4. Mein Nachbar, mich, zu Kaffee und Kuchen, einladen

Perfekt:

Plusquamperfekt:

 

5. Tom und Maria, an der Bushaltestelle, sich treffen

Präteritum:

Futur II:

 

6. Sie, ihm, ein Geburtstagslied, singen

Futur I:

Perfekt:

 

 

Lösung:

1. Präsens: Peter nimmt das Buch und liest.

Präteritum: Peter nahm das Buch und las.

2. Futur II: Der Maler wird die Wohnung morgen fertig gestrichen haben.

Präsens: Der Maler streicht die Wohnung morgen fertig.

3. Plusquamperfekt: Lisa hatte sich bei ihrer Freundin lange nicht gemeldet.

Futur I: Lisa wird sich bei ihrer Freundin lang nicht melden.

4. Perfekt: Mein Nachbar hat mich zu Kaffee und Kuchen eingeladen.

Plusquamperfekt: Mein Nachbar hatte mich zu Kaffee und Kuchen eingeladen.

5. Präteritum: Tom und Maria trafen sich an der Bushaltestelle.

Futur II: Tom und Maria werden sich an der Bushaltestelle getroffen haben.

6. Futur I: Sie wird ihm ein Geburtstagslied singen.

Perfekt: Sie hat ihm ein Geburtstagslied gesungen.

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Thema: Deutsch – Zeiten Grammatik

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