Ausführlicher Ratgeber rund ums richtige Entschuldigen, Teil 3

Ausführlicher Ratgeber rund ums richtige Entschuldigen, Teil 3

Jeder kann mal einen Fehler machen, auf dem falschen Fuß erwischt werden oder sich im Eifer des Gefechts im Ton vergreifen. Auch unbewusste Kränkungen oder Verletzungen lassen sich nicht immer vermeiden. Denn manchmal ist einer Person einfach nicht klar, dass ihr Gegenüber etwas anderes erwartet hat.

Ausführlicher Ratgeber rund ums richtige Entschuldigen, Teil 3

So oder so kann jedenfalls eine Entschuldigung notwendig werden. Sie soll die Angelegenheit aus der Welt schaffen und die Wogen glätten. Nur ist es eben längst nicht immer so leicht, sich aufrichtig zu entschuldigen.

Denn derjenige, der sich entschuldigt, muss auf den anderen zugehen und seinen Fehler einräumen. Und die andere Person muss bereit sein, die Entschuldigung anzunehmen.

Erschwerend kommt dazu, dass die Entschuldigung nur dann ihren Sinn und Zweck erfüllt, wenn sie so ankommt, wie sie gemeint ist. Damit das in Zukunft gelingt, haben wir einen ausführlichen Ratgeber rund ums richtige Entschuldigen zusammengestellt.

Dabei ging es in Teil 1 und 2 um Hintergründe und darum, worauf es bei Entschuldigungen ankommt. Jetzt im 3. und letzten Teil nehmen wir uns das Entschuldigen ganz praktisch vor:

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Entschuldigung?

Grundsätzlich sollte sich die Person mit ihrer Entschuldigung nicht zu viel Zeit lassen. Sie sollte auf keinen Fall abwarten, bis die andere Person die Entschuldigung ausdrücklich einfordert.

Je früher die Entschuldigung erfolgt, desto glaubwürdiger wirkt sie. Außerdem hat der andere so nicht unnötig viel Zeit, um sich in seinen Ärger oder seine Enttäuschung hineinzusteigern.

Sobald der Person bewusst wird, dass sie etwas falsch gemacht hat, oder sie die Verstimmung beim Gegenüber bemerkt, sollte sie also die Initiative ergreifen und auf ihn zugehen.

Es gibt nur eine Ausnahme:

Wenn der andere sehr sauer und wütend ist, ist es besser, ein bisschen abzuwarten, bis er sich wieder etwas beruhigt hat. Denn solange er auf 180 ist, wird er die Entschuldigung meist weder richtig registrieren noch annehmen können.

Macht es Sinn, die Entschuldigung mit einem Geschenk zu ergänzen?

Eine Einladung zum Kaffee, ein Gutschein, Eintrittskarten fürs Kino, ein Buch, eine CD, eine Flasche Wein, ein Blumenstrauß: Es gibt viele Möglichkeiten, um die Entschuldigung mit einer kleinen Aufmerksamkeit zu kombinieren.

Ein Geschenk wird den anderen oft versöhnlicher stimmen als eine schnelle Entschuldigung am Telefon. Denn zum einen zeigt das Geschenk, dass sich die Person Gedanken gemacht hat und es mit ihrer Entschuldigung ernst meint.

Zum anderen hebt das Geschenk die Entschuldigung auf eine andere Ebene. Der Gesprächspartner hat nämlich etwas, das er greifen und fühlen kann. Er bekommt etwas, das er im übertragenen Sinne annehmen kann. Dadurch kann er auch die eigentlichen Entschuldigungsworte oft besser annehmen.

Allerdings ist bei dem Geschenk Fingerspitzengefühl gefragt. Es geht hier nicht um den materiellen Wert, sondern um die Geste. Das Geschenk soll wirklich nur eine kleine Aufmerksamkeit sein.

Kommt die Person mit einem großen und teuren Geschenk daher, entsteht schnell der Eindruck, dass sie sich freikaufen will. Doch dieser Schuss geht nach hinten los, denn die wenigsten Menschen wollen sich kaufen lassen.

Außerdem ist ein Geschenk kein Freibrief für weitere Fehler. Ein wunderschöner Blumenstrauß hilft nichts, wenn der andere davon ausgehen muss, dass sich die Person den gleichen Fehltritt bei nächster Gelegenheit wieder leisten wird.

Eine Aufmerksamkeit kann deshalb eine nette Ergänzung sein und dazu beitragen, die Sache schnell aus der Welt zu schaffen. Aber ein Geschenk kann eine aufrichtige Entschuldigung niemals ersetzen.

Mündlich oder schriftlich entschuldigen – was ist besser?

Ob sich die Person besser mündlich oder schriftlich entschuldigen sollte, lässt sich pauschal nicht beantworten. Denn es kommt immer auf die Situation an.

Eine mündliche Entschuldigung im persönlichen Gespräch oder per Telefon bietet den Vorteil, dass sie direkt erfolgt. Die Person reagiert zeitnah und übernimmt Verantwortung. Sie stellt sich dem Kontakt und gibt dem anderen gleichzeitig die Gelegenheit, sich sofort zum Vorfall und zur Entschuldigung zu äußern.

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Andererseits hat eine schriftliche Entschuldigung oft mehr Gewicht. Immerhin nimmt sich die Person die Zeit, um ihre Entschuldigung zu formulieren. Sie macht sich die Mühe, die richtigen Worte zu finden und aufzuschreiben.

Der andere kann die Entschuldigung in aller Ruhe lesen, die Worte auf sich wirken lassen und sich seine Gedanken dazu machen. Vor allem wenn die Emotionen sehr hoch gekocht sind, ist eine schriftliche Entschuldigung oft die bessere Wahl. Denn sie vermeidet, dass es direkt wieder zum nächsten Streit kommt.

Je nach Situation kann aber auch der Mittelweg die richtige Lösung sein. So kann sich die Person vorab mit einer kurzen Nachricht entschuldigen und darin gleichzeitig ein persönliches Gespräch ankündigen.

Zum Beispiel so:

“Liebe/r …, es tut mir sehr leid, dass ich unser Treffen vergessen habe. Im Moment bin ich noch in der Arbeit. Sobald ich Feierabend habe, melde ich mich noch mal bei Dir. Viele Grüße …”

Durch diese Nachricht ist der erste Schritt bereits gemacht. Und beide Seiten können sich auf das klärende Gespräch, das folgt, einstellen.

Wie sollte die Entschuldigung ausfallen?

Beim Entschuldigen geht es darum, einen Fehler einzuräumen. Das Ziel ist, die Sache zu klären und den Frieden wiederherzustellen.

Doch sich zu entschuldigen heißt nicht, reumütig auf die Knie zu fallen und den anderen in tiefster Büßerhaltung um Verzeihung anzuflehen. Die Person muss sich deshalb nicht kleinmachen, verlegen auf den Boden schauen und die Entschuldigung leise flüstern.

Andersherum sollte sie beim Entschuldigen aber auch auf eine zu lässige Haltung, einen frechen Blick, ein breites Grinsen und eine gleichgütige Stimme verzichten. Denn dadurch wirkt sie überheblich und ihre Entschuldigung nicht echt.

Richtig ist die goldene Mitte:

Die Person sollte sich gerade hinstellen, ihr Gegenüber anschauen und ihre Entschuldigung mit fester Stimme formulieren. Auf diese Weise zeigt sie die Größe, die es für eine aufrichtige Entschuldigung braucht.

Wichtig ist außerdem, dass es die Person mit der Entschuldigung nicht übertreibt. Sie muss sich nicht ständig wiederholen, die Sache unnötig aufplustern oder gar sich selbst in Frage stellen. Eine Entschuldigung im Stil von „Oh, das tut mir so furchtbar leid. Ich bin aber auch ein Idiot.

Wie konnte mir so etwas nur passieren?! Bitte entschuldige. Das wollte ich wirklich nicht!“ ist zuviel des Guten. Es reicht völlig, wenn sich die Person einmal vernünftig für die Sache entschuldigt: „Das war mein Fehler. Bitte entschuldige.“

Was ist, wenn die andere Person die Entschuldigung nicht annimmt?

Es kann sein, dass der andere die Entschuldigung nicht annimmt oder zumindest nicht sofort. Die Person kann sich zwar entschuldigen. Doch entschuldigen kann sie nur der andere. Ob und wann er das tut, bleibt ihm überlassen.

Die Person sollte die Situation deshalb so akzeptieren, wie sie ist. Wenn sie sich entschuldigt hat, hat sie ihren Teil geleistet. Braucht der andere noch etwas Zeit, sollte sie ihm diese Zeit geben.

Es macht überhaupt keinen Sinn, sich über den anderen zu ärgern oder ihm gar Vorwürfe zu machen, dass er stur und nachtragend ist oder die Situation auskostet. Denn die Entschuldigung war damit umsonst und die Situation wird noch verfahrener.

Meistens renkt sich die Situation irgendwann wieder ein. Denn eine Entschuldigung wirkt nach. Verhält sich die Person bei Begegnungen möglichst normal und signalisiert sie, dass ihr nach wie vor an einer Versöhnung gelegen ist, wird der andere über seinen Schatten springen.

Und falls nicht, kann die Person ein Verzeihen nicht verzwingen. Zumal der andere dann offensichtlich kein Interesse daran hat, die Sache abzuhaken.

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