Ein Lesepfeil als Hilfsmittel – Infos und Bastelanleitung

Ein Lesepfeil als Hilfsmittel – Infos und Bastelanleitung

Für Kinder kann es ganz schön schwierig sein, sich auf einer Seite mit vielen Buchstaben und Wörtern zurechtzufinden. Es dauert einfach seine Zeit, bis aus dem Erkennen von Buchstaben und Zusammensetzen zu Wörtern ein flüssiges Lesen wird. Zumal es beim Lesen ja auch noch darauf zu achten gilt, in der richtigen Zeile zu bleiben.

Ein Lesepfeil als Hilfsmittel - Infos und Bastelanleitung

Was bei Kindern der Fall ist, ist natürlich auch bei erwachsenen Leseanfängern, die gerade Deutsch lernen, nicht anders. Bei ihnen kommt oft sogar noch erschwerend dazu, dass sie andere Buchstaben und teilweise auch andere Leserichtungen gewohnt sind. Sie müssen dann also nicht nur das Lesen in deutscher Sprache lernen, sondern dazu auch noch ständig umdenken.

Ratsam ist deshalb, mit Hilfsmitteln zu arbeiten, die beim Lesenlernen unterstützen und die Motivation aufrechterhalten. Schließlich wäre es schade, wenn die Lust am Lesen irgendwann in Frust umschlägt.

Dabei ist die Auswahl an Lesehilfen recht groß. Wir haben einige Infos zusammengetragen und erklären, wie sich ein Lesepfeil als Hilfsmittel selbst basteln lässt:

Geeignete Bücher und Flattersatz

Zunächst einmal ist natürlich wichtig, mit geeigneten Büchern zu arbeiten. Ein dicker Roman mit Mini-Schrift ist eine denkbar schlechte Idee. Besser ist ein Buch, das Text mit Bildern kombiniert. Zudem sollten die Buchstaben nicht zu klein sein. Und gerade am Anfang ist Druckschrift viel leichter zu lesen als eine Schreibschrift.

Optimal ist außerdem der sogenannte Flattersatz. Im Gegensatz zum Blocksatz werden die Wörter beim Flattersatz nicht so weit auseinandergezogen, dass die Zeilen links wie rechts gleichmäßig enden. Stattdessen laufen die Zeilen am rechten Rand so aus, wie es sich durch die Wörter eben ergibt.

Am rechten Rand entsteht dadurch eine treppenförmige Struktur, die es leichter macht, sich zu orientieren. Gleichzeitig ist jede Zeile eine in sich geschlossene Einheit. Dadurch wird es einfacher, den Sinn zu verstehen.

Während der Flattersatz in vielen Kinderbüchern inzwischen Standard ist, wird er ansonsten oft nur bei ausgewählten Textsorten wie etwa Gedichten und hier vor allem als ästhetisches Gestaltungsmittel eingesetzt. Es lohnt sich also, etwas Ausschau zu halten und die ersten Lesebücher mit Bedacht auszuwählen.

Bunte Lesefolien

Normalerweise gilt schwarze Schrift auf weißem Grund als optimal. Allerdings haben Untersuchungen gezeigt, dass Leseanfänger manchmal mit anderen Farbkontrasten besser zurechtkommen. Aus diesem Grund sind im Fachhandel spezielle Lesefolien erhältlich, die beim Lesen über den Text gelegt werden.

Um die Wirkung auszuprobieren, eignen sich Bastelfolien aber genauso gut. Da ein Block oft Folien in verschiedenen Farben enthält, können auf diese Weise unterschiedliche Kontraste getestet werden. Ein ähnlicher Effekt lässt sich außerdem mit Brillen mit bunten Gläsern erzielen.

Paar-Lesen

Eine individuelle und persönliche Form der Lesehilfe ist das Paar-Lesen. Dabei liest der Leseanfänger den Text laut vor, und zwar solange, bis er ins Stocken gerät und nicht mehr weiterkommt. Ein Leser mit mehr Übung liest zeitgleich leise mit.

Stockt der Leseanfänger, übernimmt der andere Leser. Ist die holprige Stelle geschafft, liest wieder der Leseanfänger weiter. Auf diese Weise wird die Hürde gemeinsam überwunden, ohne dass der Lesefluss unterbrochen wird.

Bastelanleitung für einen Lesepfeil als Hilfsmittel

Ein einfaches, aber sehr wirkungsvolles Hilfsmittel ist ein Lesepfeil. Er hilft dabei, in der richtigen Zeile zu bleiben. Der Pfeil wird auf die Textstelle gelegt und dann Stück für Stück nach rechts geschoben. Auf diese Weise sind immer die Buchstaben oder Wörter im Blickfeld, die gerade gelesen werden. Diese Wirkung lässt sich natürlich auch mit einem ganz normalen Lineal oder einem Stück Papier erzielen.

Ein Lesepfeil hat durch seine Form aber noch weitere Pluspunkte. Denn weil er neben den unteren Zeilen auch die direkt folgenden Wörter abdeckt, kann sich der Leser voll auf das aktuell angesagte Wort konzentrieren. Dazu kommt, dass durch die Pfeilspitze die Leserichtung nicht in Vergessenheit gerät.

Lesepfeile haben sich in vielen Grundschulen bewährt, wo sie gerne eingesetzt werden. Im Fachhandel sind Lesepfeile in verschiedenen Größen und Formen erhältlich. Aber ein Lesepfeil lässt sich auch sehr gut selbst basteln. Und wenn der Leser seine Lesehilfe selbst gestaltet, kann das die Leselust zusätzlich fördern. Hier deshalb eine Bastelanleitung.

Für einen Lesepfeil werden benötigt:

  • Tonpapier (Welche Farbe das Papier hat, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen. Ratsam ist aber, ein einfarbiges Papier zu verwenden. Denn Tonkarton mit bunten Mustern könnte beim Lesen ablenken. Zudem sollte wirklich Tonpapier verwendet werden. Normales Kopierpapier ist zu dünn, so dass die Schrift noch durchschimmert. Zudem wäre der Lesepfeil vermutlich sehr schnell verknickt.)
  • Bleistift und Lineal
  • Schere

Zunächst wird die Form des Lesepfeils auf den Tonkarton aufgezeichnet. Dabei sollte die Form in etwa so aussehen:

[Lesepfeil]

Lesepfeil

Anschließend muss der Lesepfeil nur noch ausgeschnitten werden. Damit ist er auch schon fertig und einsatzbereit.

Wer möchte, kann den Lesepfeil natürlich noch laminieren. Dadurch wird er haltbarer.

Mehr Ratgeber, Tipps, Anleitungen und Übungen:

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