Deutsch als Fremdsprache

Deutsch als Fremdsprache

Menschen mit einer anderen Sprache als Muttersprache lernen und sprechen Deutsch als Fremdsprache. Gleichzeitig steht die Redewendung Deutsch als Fremdsprache für den Unterricht, die Lehrmethoden und die Lerntechniken, die den Lernenden und Sprechern die entsprechenden Deutschkenntnisse im In- und Ausland vermitteln.

Abgekürzt mit DaF, fasst der Begriff Deutsch als Fremdsprache somit grundsätzlich alle Aktivitäten zusammen, die sich in Form von Unterricht oder auf wissenschaftlicher Ebene mit der deutschen Sprache und der Kultur in deutschsprachigen Ländern beschäftigen.

Im engeren Sinne wird zwischen Deutsch als Fremdsprache und Deutsch als Zweitsprache, kurz DaZ, unterschieden. Von Deutsch als Fremdsprache wird gesprochen, wenn die deutsche Sprache im Rahmen eines Fremdsprachenunterrichts im Ausland erlernt wird, für den alltäglichen Gebrauch jedoch nicht erforderlich ist.

So wie Schüler in Deutschland in der Schule beispielsweise Englisch oder Französisch als Fremdsprache lernen, lernen Schüler im Ausland Deutsch als Fremdsprache. Im Unterschied dazu meint Deutsch als Zweitsprache, dass die deutsche Sprache in einem deutschsprachigen Land erlernt und im Alltag benötigt wird. Die Sprachkenntnisse können dabei einerseits in Sprachkursen und in speziellem Deutschunterricht, andererseits aber auch außerschulisch durch den ständigen Umgang und alltäglichen Gebrauch erworben werden.

Deutsch als Zweitsprache lernen und sprechen beispielsweise Migranten, Aussiedler und Flüchtlinge, die in Deutschland oder einem anderen deutschsprachigen Land leben.

Deutsch als Fremdsprache als akademisches Fach

Ende der 1960er-Jahre stieg zum einen die Anzahl der Migranten, die nach Deutschland kamen und sich hier niederließen. Zum anderen erhöhte sich die Zahl der ausländischen Studenten an den Unis der BRD und der ehemaligen DDR. Dies hatte zur Folge, dass auch der Bedarf an DaF- und DaZ-Lehrkräften wuchs.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich so das Fach Deutsch als Fremdsprache und die Ausbildung der Lehrkräfte in diesem Bereich wurde zunehmend professioneller. Heute gibt es über 50 Hochschulen, die DaF und DaZ als Haupt- oder als Nebenstudiengang anbieten. Im Rahmen der Umstrukturierung in Bachelor- und Masterstudiengänge wurden zudem auf Basis von relevanten Kompetenzen im Fach Deutsch als Fremdsprache verbindliche Kanons von Modulen und Lehrveranstaltungen eingeführt.

Dennoch gibt es teils deutliche Unterschiede zwischen den DaF- und DaZ-Studiengängen, die unter anderem aus strukturellen Entscheidungen der Länder und der Hochschulen, den spezifischen Standortbedingungen und der Kapazität an Lehrpersonal resultieren.

Deutsch als Fremdsprache als Sprachkurs

Kurse, die Deutsch als Fremdsprache vermitteln, stehen sowohl von öffentlichen als auch von privaten Bildungsträgern im In- und Ausland in großer Auswahl zur Verfügung. Kurse in Deutsch als Zweitsprache finden häufig in speziellen Bildungseinrichtungen oder in Form von Förderklassen der öffentlichen Schulen statt. Neben den Sprachkursen gibt es für Deutsch als Fremdsprache auch eine Vielzahl verschiedener Prüfungen, Zertifikate und Diplome.

Die Teilnahme an den Kursen, die gezielt auf die Prüfungen vorbereiten, ist jedoch in vielen Fällen keine Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung. Die Beurteilung der erbrachten Leistungen orientiert sich in aller Regel am Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen, kurz GER, der zwischen drei Niveaustufen unterscheidet.

Diese drei Niveaustufen sind jeweils noch einmal in eine niedrigere und eine höhere Stufe unterteilt, so dass sich letztlich sechs Leistungsstufen ergeben. Wie die einzelnen Prüfungen aufgebaut sind, hängt davon ab, welchem Zweck sie dienen.

Hier ein paar Beispiele:

·         Die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang, kurz DSH, ist eine Prüfung für die Zulassung zu einem Hochschulstudium. Die DSH richtet sich an Studenten, die sich an einer deutschen Hochschule bewerben und Deutsch nicht als Muttersprache sprechen oder keinen deutschsprachigen Bildungsabschluss mitbringen.

Die Prüfung gliedert sich in einen mündlichen und einen schriftlichen Prüfungsteil. Bei der mündlichen Prüfung muss der Prüfling zunächst einen Text und Aufgaben bearbeiten, die die Basis für den folgenden Kurzvortrag bilden. In der schriftlichen Prüfung geht es im Wesentlichen um das Verständnis und die Bearbeitung von Lese- und Hörtexten sowie um die Textproduktion nach Vorgabe. Um die Prüfung erfolgreich zu meistern, müssen beide Prüfungsteile bestanden werden.

Die Leistungsbeurteilung erfolgt in den Kompetenzniveaus DHS1, DHS2 und DHS3, die den Leistungsstufen B2, C1 und C2 des GER entsprechen. Üblicherweise besteht das Ziel darin, die mittlere Stufe DSH2 zu erreichen. Für einige Studiengänge reicht aber auch die Stufe DSH1 aus, während andere Studiengänge die Stufe DSH3 erfordern.

 

·         Der TestDaF richtet sich ebenfalls an Studenten, die in Deutschland studieren möchten und einen Nachweis ihrer Deutschkenntnisse benötigen. Als zentraler, standardisierter Test gliedert sich der TestDaF in vier Prüfungsteile. In den einzelnen Prüfungsteilen werden Aufgaben gestellt, die die Kompetenzen in den Bereichen Lese- und Hörverstehen sowie mündlicher und schriftlicher Ausdruck bewerten.

Die erzielten Leistungen werden anhand der TestDaF-Niveaustufen TDN3 bis TDN5 bewertet und ausgewiesen. Um zu einem Hochschulstudium zugelassen zu werden, muss der Prüfling die Niveaustufe TND4 erreichen. Die Stufe TDN3 wird nur von wenigen Hochschulen akzeptiert und reicht nur für bestimmte Studienfächer aus.

 

·         Das Deutsche Sprachdiplom der Kulturministerkonferenz, kurz DSD, ist eine weltweit anerkannte Sprachprüfung, die an deutschen Auslandsschulen und an ausländischen Schulen Anwendung findet. Das DSD setzt sich aus vier Prüfungsteilen zusammen, die die Fertigkeiten im Hör- und Leseverstehen sowie im Bereich der schriftlichen und mündlichen Kommunikation prüfen.

Um das Zertifikat, das die erforderlichen Sprachkenntnisse für ein Hochschulstudium nachweist, zu erhalten, muss der Prüfling alle vier Teilprüfungen erfolgreich meistern. Die erzielten Ergebnisse werden anhand der Niveaustufen des GER dargestellt.

Neben Sprachprüfungen, die den Grundstein für eine schulische Ausbildung oder akademische Laufbahn bilden, gibt es noch eine Reihe weiterer DaF-Prüfungen. Eine wichtige Adresse in diesem Zusammenhang ist das Goethe-Institut, das derzeit 14 verschiedene Deutschprüfungen für unterschiedliche Zielgruppen und in allen Leistungsstufen des GER anbietet. So gibt es beispielsweise Kurse und Prüfungen für Kinder, für Jugendliche und für Erwachsene sowie für Anfänger und für Fortgeschrittene.

Je nach Ziel können die Lernenden verschiedene Zertifikate und Diplome erwerben, die entsprechende Deutschkenntnisse unter anderem für den Besuch einer Bildungseinrichtung, den Beruf oder einen erfolgreich absolvierten Integrationskurs nachweisen. Weitere Sprachprüfungen in den Kompetenzstufen B1 bis C2 werden aber auch von vielen anderen Bildungsträgern angeboten.

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